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Mein Hund allein zu Haus

Erziehung

Mein Hund allein zu Haus

Hunde sind ihrer Natur nach Rudeltiere und bleiben ungern allein. Abes es gibt Situationen in denen jeder Hund zuhause alleine bleiben muss, weil er dort besser aufgehoben ist. Egal, wie ungern die liebste Fellnase das auch macht.

Erst gestern waren viele Hundebesitzer in den sozialen Medien  von dem Schild eines Zoos verärgert, dass besagte man solle seine Hunde doch lieber im Auto lassen als sie mit in den Zoo zu bringen. Auch wenn es richtig ist, einen Hund nicht mit den Zoo zu nehmen, hat ein Hund im heißen Auto überhaupt nichts verloren. Die Situation im heißen Auto bedeutet für einen Hund innerhalb weniger Minuten akute --> Lebensgefahr.

Hier ist es besser und sinnvoller die liebste Fellnase daheim zu lassen. Es gibt immer wieder Situationen oder Ereignisse, bei denen es unablässlich ist, dass ein Hund kurz alleine zu Hause bleiben muss. Sei es bei einem Arztbesuch, dem Einkauf im Supermarkt oder aber das der Hund nicht mit zur Arbeitsstelle darf. Leider reagieren einzelne Hunde ganz unterschiedlich auf die »sturmfreie Bude«. Während der eine genüßlich und ungestört vor sich hindöst, zerkaut einer die Stuhlbeine und ein anderer wartet laut winselnd an der Tür. Doch wie geht man sicher, dass der Vierbeiner für einen kurzen Zeitraum ohne Probleme allein bleiben kann?

Warum sind Hunde so ungern allein?

Warum sind Hunde so ungern allein?

Der Hund ist seiner Natur nach, immer noch ein Rudeltier. Er begreift dieses als seinen Sozialverband, also als seine Familie. Ein gesunder Hund wird in der Natur immer in seinem Rudel bleiben und gleichsam niemals von ihm verstoßen werden. Aus dem Welpenalter heraus ist das Rudel für ihn seine Lebensversicherung. Die Mutter beschützt ihn und gibt ihm Nahrung. Ihr folgt er bedingungslos. Diese Gemeinschaft ist sein Leben. Würde ein Welpe von seiner Mutter getrennt, ohne dass ein Mensch hilft, stehen die Überlebenschance sehr gering.

Kommt der Welpe als Haustier nun in seine menschliche Familie übernimmt diese den Status des »Ersatz-Rudels«. Deshalb folgt ein junger Hund seinem Besitzer und möchte  eigentlich rund um die Uhr an seiner Seite sein. Als einfache Schlußforderung ließe sich nun sagen, dass »Alleine-bleiben« für den Hund ist wider seine Natur. ABER, es gehört zur unbedingten Grundvoraussetzung in der Erziehung eines Hundes ihm genau dies beizubringen.

Wie lange kann ein Hund alleine bleiben?

Diese Frage wird unter Hundebesitzern und Experten permanent diskutiert und es gibt aus meiner Sicht nicht die absolute Lösung oder Minutenanzahl vielmehr entscheidet das individuelle Maß des Besitzers. Aber ein paar Dinge sollten schon beachtet werden:

Allgemein gilt, je jünger ein Hund desto kürzer kann er alleine bleiben. Dies reicht von 1 Minute zum Training bis hin zu 10 Minuten. Diese Zeit kann und muss aber langsam gesteigert werden. Einen ausgewachsenen und gut ausgelasteten Hund kann man schon mal 3-4h alleine lassen, da er diese Zeit unproblematisch verschläft, sofern er daran gewöhnt ist. Hier ist aber wirklich das individuelle Maß gefragt. Wenig sinnvoll ist es einen Hund lange allein zu lassen, der diese Situation nicht gewohnt ist. Er wird mit Verstimmung reagieren und entweder in lautes und trauriges Jaulen verfallen oder aber Teile der Einrichtung zerstören, weil es ihm an Aufmerksamkeit fehlt und er das Verhalten des Rudel-Mitglieds nicht nachvollziehen kann. Persönlich wichtig finde ich, dass der Hund immer vorher spazieren war, sich gelöst hat und ausreichend zu trinken hat. Kauknochen, Snacks und Spielzeug lasse ich ihm niemals da. Es besteht immer die Möglichkeit, dass er sich daran verschluckt oder er ein Spielzeug zerstört und dessen Einzelteile verschluckt.

Wie reagiert ein Hund auf das Alleinsein?

Wie reagiert ein Hund auf das Alleinsein?

Um zu verstehen, wie ein Hund sich verhält ist es wichtig zwischen drei Typen von Hunden zu differenzieren. Eine gute Differenzierung findet sich bei Martin Rütter: »Zum einen gibt es Hunde mit Trennungsangst, zum anderen Hunde, die einen Kontrollverlust erleiden. Hunde mit Trennungsangst haben tatsächlich Angst davor, alleine zu bleiben, Hunde mit Kontrollverlust können es nicht ertragen, dass ihr Mensch alleine da draußen ist, ohne dass sie auf ihn aufpassen können!« Für den Hund mit »Trennungsangst« bedeutet die Abwesenheit des Herrchens einen Weltuntergang. Er fühlt sich von seinem Rudel verlassen, sitzt an der Tür und jault. Er möchte durch seine lauten Töne, sein Rudelmitglied wieder zu sich rufen und verstärkt dieses Verhalten ggf. durch ein Kratzen an der Tür oder der Tapete. Der andere Hund, der die Abwesenheit seines Herrchens als Kontrollverlust interpretiert ist schlicht weg wütend. Er macht sich Luft indem er bellt, anfängt sich an Teilen des Mobiliars auszulassen oder sich innerhalb der Wohnung als Ausdruck seines Protest löst. Für ihn ist es eine Unverschämtheit, dass sein Herrchen ihn daheim gelassen hat ohne ihn mitzunehmen. Besonders bedeutsam ist es dabei zu beobachten, wie der Hund sich verhält, wenn das Herrchen wieder heimkommt und die Situation im Rudel wieder hergestellt ist: alle Hunde freuen sich selbstverständlich, aber der Hund mit »Kontrollverlust« wird versuchen durch lautes Bellen, direktes Anstupsen oder Anspringen das Verhalten seines Herrchens anzumahnen. Ihm also zu sagen: »So geht das nicht!«

Und es gibt den drittes Typus Hund. Dieser Hund ist es gewöhnt mal kurzfristig alleine zu sein und genießt die wenigen Stunden ungestörten Schlafes. Vielleicht legt er sich heimlich auf die Couch  aber ansonsten wird es sich brav benehmen und sich freuen, wenn sein Herrchen wieder bei ihm ist. Dieses Verhalten ist schlußendlich immer eine Trainingsfrage!

Wie bringe ich meinem Hund bei, kurz allein zu bleiben?

zu akzeptieren. Hierzu macht es Sinn den Bio-Rhythmus und das sehr hohe Schlafbedürfnis des Hundes zu nutzen. Am besten spielt man zunächst mit dem Kleinen ausgiebig und verlässt, wenn er in seinem Bett schläft kurz den Raum. 1-2 Minuten sind dabei völlig ausreichend. Anschließend betritt man den Raum und belohnt ihn mit einem Leckerli oder einem Lob. Dies widerholt man immer wieder und verlängert die Abstände in langsamen Schritten. Sollte der Welpe die Abwesenheit aber bemerken und anfangen zu Jaulen ist Konsequenz das allerwichtigste. Geht man nun zu ihm und bricht die Trainingseinheit ab, lernt der Welpe das er mit seinem Jaulen erreicht, dass das Herrchen zurückkommt. Egal wie schwer es einem zunächst fallen mag.

Eine besondere Rolle nimmt immer das eigene --> Bett oder Körbchen des Hundes ein. Es ist sein Rückzugsort der ihm Sicherheit gibt. Wie man den Hund an sein Körbchen gewöhnen kann erfahrt ihr --> HIER

Ist der Hund etwas älter und neigt dazu, in Abwesenheit die Wohnung zu zerstören ist es wichtig die Rangordnung im Rudel, also in der Selbstbeobachtung zu prüfen und ggf. zu korrigieren. Ein Hund mit ausgeprägtem Kontrollbedürfnis zeigt dies in vielen Alltagssituationen in denen er sein Herrchen kontrolliert, ihm den Weg vorgibt oder ein ausgeprägtes Dominanzverhalten zeigt.

Einem Hund mit der besprochenen Trennungsangst daran zu gewöhnen, kurz alleine zu bleiben, ist dagegen weniger kompliziert. Zunächst ist es wichtig den Hund wirklich an seinen Ruheplatz oder Bett zu gewöhnen. Verlässt man das Haus, sollte man ihn auf seinem --> Platz ablegen. Da dies in den meisten Fällen zunächst nicht gut klappen wird, ist es wichtig dies ganz langsam zu tun und nicht beim Verlassen der Wohnung in eine große Verabschiedungs-Szenerie zu verfallen, sondern ihm dies als Selbstverständlichkeit zu vermitteln, so dass er nicht unmittelbar mit der Angst sein Rudel zu verlieren lautstark reagiert. Die Freude darf aber sehr groß sein, wenn man wieder zusammen ist!

Hunde sollten nicht lange alleine gelassen werden, aber in manchen Situationen ist es zu ihrem eigenen Schutz unablässlich. Mein eigener Hund genießt die Zeit ohne mich und schläft vergnüglich auf der Couch, wenn ich wieder da bin freut er sich riesig. Zusammen ist es immer schöner als allein  Liebe Grüße Lena Gruschka & Mr. Steed