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Begrüßungsrituale

Kommunikation und Verhalten Teil I

Begrüßungsrituale

Welcome!, bonvenon!, bienvenue!, herzlich willkommen!, marhaban!,  marsha vog'iyla!, gratus mihi venis! oder  chào mung!

Obwohl wir alle der gleichen Spezies angehören, unterscheidet sich die Begrüßung in Form und Sprache von Land zu Land und von Kontinent zu Kontinent. Wenn wir ein fremdes Land bereisen, sollte es uns auf jeden Fall ein Anliegen sein uns über  die Sitten und Gebräuche vor Ort zu informieren, um uns entsprechend zu verhalten und damit sicherzustellen, dass wir nicht in einen Konflikt geraten. Wir nehmen uns also einen Reiseführer und studieren unser nächstes Reiseziel. Nehmen wir doch für diesen Moment den Reiseführer »Mensch-Hund, Hund-Mensch« für unsere Begrüßungsrituale und die unserer Hunde in die Hand.

Wie fühlen sich wohl unsere Hunde, wenn sie von uns Menschen begrüßt werden? Hier lohnt sich ein Blick in das Verhaltensrepertoire unserer jeweiligen Urahnen, der Affen und Wölfe. Wie fühlt sich ein Wolf, wenn er von einem Affen begrüßt wird?  Unsere menschlichen Kommunikationsweisen ähneln der Art wie Affen untereinander kommunizieren, die der Hunde dagegen dem Wolfsverhalten.

Folglich verhalten wir uns dementsprechend auch.  Des Menschen wichtigstes Mittel zur Mitteilung  ist das Wort,  der Geruch spielt eine untergeordnete Rolle und unsere Körpersprache wird in der Regel sehr unbewusst und automatisch benutzt.

Schauen wir uns im Gagensatz dazu den Wolf/Hund an. Laute spielen eine eher untergeordnete Rolle, Gerüche enthalten dagegen für Hunde sehr viele Informationen und sind daher ausgesprochen wichtig im Umgang mit Artgenossen. Als wichtigstes Element nutzt der Hund jedoch seine Körpersprache, sie wird exakt und äußerst bewusst in der Kommunikation untereinander eingesetzt.

Wie hilft uns das weiter?

Der Einsatz unserer Kommunikationsmittel könnte unterschiedlicher nicht sein. Nehmen wir ein ganz einfaches Begrüßungsritual aus der Kommunikationswelt von Menschen untereinander.
Bei fremden Menschen oder einem förmlichen Meeting gehört es zum Anstand aufeinander zuzulaufen, Blickkontakt herzustellen, sich eine Hand entgegen zu strecken und  im Anschluss zu drücken während man Blickkontakt hält. Bei einem Aufeinandertreffen unter Freunden läuft das noch herzlicher ab. Wir umarmen, busseln, drücken, plaudern fröhlich los, rufen vielleicht schon freudig winkend aus der Entfernung zu, wir hüpfen umeinander, beugen uns über kleine Kinder, um sie dann von oben bis unten, mit Vorliebe im Gesicht, anzufassen, zu  knuffen oder abzubusseln, schauen uns von oben bis unten lachend entgegen oder geben uns klatschende Handshakes als Begrüßungsritual. 

Kurzum, wenn wir uns alle wiedersehen gibt’s Action und Party! Aufregung und Freude, rufen, klatschen und ein fröhliches Kundtun über die Wiedersehensfreude. Unsere sprachliche Kommunikation ist in vollem Gange, während unser Körper automatisch tut was zu einer Begrüßung dazu gehört. Man stelle sich ein fröhlich, kreischendes, fuchtelndes, durcheinanderlaufendes Affenrudel vor. Werfen wir einen Blick auf eine sehr höfliche Begrüßung unter Hunden, die sich nicht kennen und keinerlei Verhaltensauffälligkeiten in Hundebegegnungen haben. Schon auf große Abstände nehmen Hunde einander wahr und  in erster und wichtigster Linie wird Haltung angenommen. Dies nebst der Tatsache, dass die Nase zum Wittern in die Luft gehalten wird oder der Hals in die Länge gestreckt wird um zu erriechen wer da kommt und vor allem wie das Gegenüber entgegen kommt.

An dieser Stelle wäre ein Hund weit entfernt von einer jubelnden Lautäußerung, geschweige denn herzlichem Körperkontakt. In einem langsamen, vielleicht auch beschwingtem, Gang wird kurz vor Begegnung ein kleiner Bogen gemacht, um eine frontale Annäherung und einen unter Umständen damit einhergehenden  Konflikt  zu vermeiden.

Das Beriechen der Genitalien

Hunde die auf andere Hunde zupreschen fangen sich in der Regel schnell ein »Lass das« ihres Gegenübers ein oder sie bremsen kurz vor Begegnung von selbst ab, um den ritualisierten »Knigge-Bogen« zu laufen. Eine frontale Annäherung gehört unter Hunden nicht zum GUTEN Ton. In der Folge werden wir bei diesem Begrüßungsritual das Beriechen der Genitalien beobachten können oder es wird als Information für das Gegenüber Urin abgesetzt, der im Anschluss berochen wird.  Auch hier finden wir in der Regel weder aufgeregte Lautäußerungen noch ein herzlich gemeintes »Griaß di!- schön dass es dich auch gibt«

Direkter Blickkontakt wird wie eine frontale Annäherung vermieden, um keinen Konflikt aufkommen zu lassen. Je nach Sympathie streift nun jeder Hund seines Weges weiter oder man diskutiert in Form von beispielsweise umeinander kreisen, scharren oder  beschwichtigenden Gesten, die eine oder andere Sache noch aus.

Kurzum ist hier festzuhalten, wenn Hunde aufeinandertreffen, versuchen sie diese Konfrontation so ruhig wie möglich zu gestalten, da ein hektisches, unkontrolliertes, rempelndes oder lautes Verhalten ungewollte Konflikte mit sich bringen kann. Das würde dem  elementar im Hund verankerten Arterhaltungstrieb widersprechen. Das  gesamte Kommunikationsrepertoire unserer Hunde ist unter anderem dafür ausgerichtet Konflikte zu vermeiden um seine Art/Gruppe/Familie zu erhalten, nicht um Konflikte zu provozieren -  und nur nebenbei bemerkt, hierzu zählt auch ein Knurren oder Zähne fletschen.

Hier sind wir nun auf der vorletzten Seite unserer Reiseroute über die Begrüßung von Hund und Mensch angekommen… Auch wenn Hunde sich wunderbar an unsere laute, herzlich gemeinte und direkte Form der Begrüßung anpassen können, besteht auch für Sie die Möglichkeit aus Respekt und Liebe zu Ihrem Tier, einen Blick auf seine angeborenen Wurzeln und die ebenso herzliche und ehrlich gemeinte ruhige, respektvolle Form der Begrüßung  zu richten, die nicht mit einem Puls von 180 verbunden sein  muss.  Somit dient die letzte Seite dieser Reise Ihrer eigenen Gestaltung…Ihre Julia Höhn von Hundetraining Leinenlos

Hier sind wir nun auf der vorletzten Seite unserer Reiseroute über die Begrüßung von Hund und Mensch angekommen… Auch wenn Hunde sich wunderbar an unsere laute, herzlich gemeinte und direkte Form der Begrüßung anpassen können, besteht auch für Sie die Möglichkeit aus Respekt und Liebe zu Ihrem Tier, einen Blick auf seine angeborenen Wurzeln und die ebenso herzliche und ehrlich gemeinte ruhige, respektvolle Form der Begrüßung  zu richten, die nicht mit einem Puls von 180 verbunden sein  muss.  Somit dient die letzte Seite dieser Reise Ihrer eigenen Gestaltung…
Ihre Julia Höhn von Hundetraining Leinenlos