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Die Borreliose

ZECKEN-SPECIAL

Die Borreliose

Sommerzeit ist Zeckenzeit. Die lästigen kleinen Tiere beißen unsere Vierbeiner nur allzu gern und potentiell kann dabei jeder Zeckenbiss die Infektionskrankheit Borreliose übertragen. Deshalb ist es wichtig, die Symptome früh zu erkennen, damit die Krankheit keinen schlimmen Verlauf nimmt.

Borreliose oder auch LYME-Borreliose ist eine der schlimmsten Infektionskrankheiten, die in Deutschland und Europa durch Zecken übertragen werden können. Ihren Namen verdankt die Infektionskrankheit den verursachenden Bakterien (Borrelia burgdorferi) sowie der Stadt Lyme in den USA, wo die Erkrankung in der Vergangenheit häufig vorkam. Sie wird durch bewegliche, spiralförmige Bakterien übertragen, die durch den Biss der Zecke über ihren Speichel in die Blutbahn gelangt. Diese Bakterien leben im Magen-Darm-Trakt der Zecke selbst. An Borreliose können sowohl Hunde als auch Menschen erkranken; Voraussetzung hierfür ist aber, dass sie vorher gebissen wurden. Bei einem Menschen hat die Erkrankung zumeist einen deutlichen schlimmeren Verlauf als beim Hund und kann sowohl eine Hirnhautentzündung als auch rheumatische Beschwerden auslösen.

Lebensweise der Zecken

Zecken gehören zu den sog. Arachniden, das sind Spinnentiere. Noch genauer werden sie zu den Milben gezählt. Eine Zecke ist durch ihren Körperbau und ihr Verhalten perfekt an ihre Umwelt angepasst und benötigt als Parasit, ähnlich wie eine Stechmücke, das Blut anderer Lebewesen, um zu überleben. Verglichen mit der Stechmücke, die nur kurz ihr Opfer sticht und dann wieder von ihm ablässt, saugt sich die Zecke viel länger an ihm fest. Bis zu 15 Tage bleibt sie bei ihrem Wirt (Hund/ Mensch) und ernährt sich von seinem Blut. Mit ihren kräftigen Klauen kann sie sich optimal in der Haut festsaugen, bevorzugt in entlegenen Regionen, in denen sie lange unentdeckt bleibt. An ihrem Kopf befinden sich die Stech- und Saugorgane, mit denen sie ihr Opfer sticht, aussaugt und im schlimmsten Fall mit schlimmen Krankheiten infiziert. Diese Stechorgane sind mit kleinsten Widerhaken ausgestattet, mit denen sich die Zecke eingräbt und festhält. Mit ihrem Stachel dringt sie so in die Haut und das Gewebe ein und saugt das einfließende Blut immer wieder ab.
Während die Zecke sich vom Blut des Wirtes ernährt, vergrößert sich ihr Volumen und ihr Gewicht um mehr als das 200-fache. Sie kann mit einer einzigen, mehrtägigen Blutmahlzeit extrem lange überleben. Einzelne Tests im Labor haben gezeigt, dass sie nach einer üppigen Mahlzeit sogar mehrere Jahre überleben kann. Ihr Zuhause haben Zecken im dichten Wald oder auf Wiesen gefunden. Dort warten sie zumeist auf ihren nächsten Wirt und lassen sich auf ihn fallen, um zu saugen. Sind sie satt und bis dahin unentdeckt geblieben, lassen sie sich einfach von ihm abfallen. Am aktivsten sind Zecken nach einer stärkeren Hitzeperiode, auf die stärkere Regentage folgen, denn sie lieben die Kombination aus Feuchtigkeit und Wärme. Aber auch trockenes und kühleres Wetter hält sie nicht von der Jagd ab.

Übertragung

Die Infektion mit Borreliose erfolgt immer über einen Zeckenbiss, aber nicht jeder Zeckenbiss bringt gleich eine Infektion mit sich. Meist bleibt für den liebsten Vierbeiner nach einem Biss zwar die Erkrankung aus, aber das Risiko ist bei rund 10-20% aller Zeckenbisse vorhanden. Voraussetzung für eine Infektion ist, dass die Zecke sich mind. 24h festgesaugt hat und sie im Laufe ihres Lebens selbst die Borreliose-Bakterien aufgenommen hat. Die Zecke gibt während des Saugens Speichel in die Blutbahn des Wirtes und mit diesem auch die Bakterien ab. Allgemein gilt: je länger eine Zecke an ihrem Wirt bleibt, desto höher ist das Risiko einer Infektion. Dementsprechend ist es sehr wichtig, Zecken auf der Hundehaut früh zu entdecken und zu entfernen. Hunde infizieren sich im Gegensatz zum Menschen relativ häufig mit Borreliose, erkranken aber eher selten. Da sie im Gegensatz zum Menschen eine natürliche Resistenz gegen die Erreger aufweisen. Es wird angenommen, dass ca. 90% der Hunde, die regelmäßig von Zecken gestochen werden, bereits Antikörper gegen Borrelien in sich tragen und somit nur ein geringer Prozentsatz der Hunde daran erkrankt. Dies wird beispielsweise auch bei erlegtem Rehwild beobachtet, denn es trägt oftmals mehrere Hundert Zecken an sich, wobei sehr selten ein Ausbruch der Krankheit beobachtet wird. Jedoch gibt es keine wirklich soliden Daten über die absolute Resistenz von domestizierten Hunderassen gegen Borrelien, weshalb ein Restrisiko immer bestehen bleibt.

Symptome

Symptome

Das größte Problem in der Früherkennung liegt darin, dass die Erkrankung zumeist völlig symptomfrei verläuft und erste Symptome erst nach Wochen auftreten können. Diese werden dann nicht mehr in einen Zusammenhang mit dem Zeckenbiss gebracht. Deshalb ist es unbedingt wichtig, auf diese Frühsymptome zu achten. Zunächst zeigt sich oftmals eine Hautrötung um die Bissstelle, die sich im Laufe der Zeit leicht vergrößert. Nach 2-5 Monaten (sog. Zweit-Stadium) zeigen sich dann erste Entzündungsreaktionen mit Fieber sowie Gelenkschmerzen, Appetitlosigkeit und geschwollenen Lymphknoten. Im Spätstadium kommt es dann zumeist zu einer Nierenentzündung und Herzproblemen. Darüber hinaus ist das Gelenk, das dem Zeckenbiss am nächsten ist, immer am stärksten geschwollen und es kann zu einer Lähmung kommen. Problematisch ist aber in jedem Fall, dass diese Symptome nicht ausschließlich charakteristisch für eine Infektion mit Borrelien sind und die Symptome auch durch andere Erkrankungen hervorgerufen werden können. Hier empfiehlt sich immer ein Gang zum Tierarzt (!).

Therapie

Eine entdeckte Zecke sollte immer gründlich entfernt werden und die Bisswunde im Anschluss gut beobachtet werden. Beim Auftreten erster Symptome sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden, denn eine korrekt durchgeführte Therapie mit einem Antibiotikum ist meistens erfolgreich und die Symptome klingen danach ab. ABER: die Borrelien können auch in Zellen eindringen, die für das Antibiotikum schwer zu erreichen sind. In diesem Fall müssen spezielle Antibiotika verwendet werden, die intrazellulär wirksam sind und über 3-4 Wochen gegeben werden sollten. Nur so können die sich langsam ausbreitenden Borrelien sicher abgetötet werden. Sofern ein Hund an Borrelien erkrankt ist und erfolgreich behandelt wurde, ist er nicht immun und kann sich jederzeit wieder infizieren.

Vorbeugung

Prophylaxe gegen Zecken ist im Gegensatz zu einer möglichen Antibiotika-Therapie, die sich über mehrere Wochen hinzieht und die Darmschleimhaut extrem schwächt, die deutlich bessere Alternative. Vorbeugen kann man einerseits, in dem man die Haut seiner liebsten Fellnase pflegt und regelmäßig mit Spotons behandelt. Diese haben eine abstoßende Wirkung auf Zecken und der Hund wird nicht befallen, aber ihre Wirkung ist zeitlich begrenzt und so ist es erforderlich, dass der Hund immer wieder damit behandelt wird. Die darin enthaltene Chemie (insbesondere die Lösungsmittel) ist aber für die geliebte Fellnase alles andere als dauerhaft gesundheitsförderlich. Gute abwehrende Wirkungen werden Kokosöl und der darin enthaltenen Laurinsäure zugeschrieben. Hierzu empfiehlt es sich, den Hund vor dem Spaziergang gut damit einzureiben, da die Wirkung nur für ca. 6 Stunden anhält. Dafür ist sie aber chemiefrei und pflegt das Fell zusätzlich.

In den warmen Monaten ist es zusätzlich wichtig, den Hund nach einem Spaziergang regelmäßig auf Zecken zu untersuchen und diese mit geeignetem Werkzeug sofort zu entfernen, um einer möglichen Infektion gar keine Chance zu geben. Wichtig ist auch, dass ihr nicht nur euren Hund absucht, sondern auch bei euch selbst genau schaut. Borreliose ist für euch deutlich gefährlicher als für euren Hund.

Ich wünsche euch und euren Hunden trotzdem viel Spaß im Wald und dabei ganz wenige Zecken :-)
Eure Lena Gruschka und Mr. Steed