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»Chaos im Mopshirn - Die Pug Dog Enzephalitis«

Hanna Stephan, TÄ bei Terra Canis

»Chaos im Mopshirn - Die Pug Dog Enzephalitis«

Drei Buchstaben, die nichts Gutes
für den Mops verheißen:  PDE

Die scheinbar harmlose Abkürzung  umschreibt eine Krankheit, die unter Mopszüchtern nicht nur sehr gefürchtet ist, sondern auch für Kontroversen im Umgang mit der Krankheit sorgt. So wurde fälschlicherweise lange angenommen, dass die heimtückische Hirnkrankheit nur einen Anteil von unter 1 Prozent der Mops-Population betrifft. Diese Zahl muss seit Ende 2012 deutlich nach oben korrigiert werden, denn seit diesem Zeitpunkt ist ein Gentest zur Diagnose der PDE im Einsatz. Durch die Möglichkeit der exakten Diagnose musste seitdem festgestellt werden, dass weit mehr als nur 1 % der Möpse das PDE-Gen in sich tragen. Untermauert wird dieses Ergebnis durch Studien aus Kalifornien, deren zufolge sogar 40 Prozent des Mopsbestandes Träger des gefährlichen Erbgangs sind. Diese neuen Erkenntnisse verunsichern nicht nur die Mopsgemeinde in Deutschland, sondern viele Liebhaber der Rasse weltweit.

Definition der Erkrankung
Die - Nekrotisierende Meningoenzephalitis - beschreibt eine Erkrankung des Zentralen Nervensystems (ZNS), bei der es durch  Entzündungen der Hirnhäute zum Absterben und der Auflösung  von Nervengewebe kommt. Das Hirn löst sich im Laufe der Erkrankung somit im wahren Sinne des Wortes auf, was durch die Bezeichnung „Nekrotisierend“ beschrieben wird. „Meningen“ ist der lateinische Begriff für die Hirnhäute. Außer beim Mops konnte die tödlich verlaufende Hirnerkrankung bis heute auch vereinzelt bei Chihuahuas, Maltesern und anderen kleinen Rassen diagnostiziert werden.

Symptome der PDE
Zu Beginn zeigen die erkrankten Tiere unkoordinierte Bewegungen und einen unregelmäßigen Gang. Weiterhin kommt es im Verlauf der PDE zu einer Schiefhaltung des Kopfes, Nackensteifheit und Torkeln des Hundes. Im Verlauf der Krankheit baut das Tier stark ab und erblindet. Das Endstadium ist durch sinnloses im Kreis drehen und schwere Krämpfe gekennzeichnet.
Es werden drei verschiedene Krankheitsverläufe der PDE unterschieden. Die diffuse PDE betrifft das gesamte Gehirn samt seiner Hirnhäute. Diese Form äußert sich besonders schwerwiegend und verläuft in nur zwei bis sieben Wochen tödlich. Von ihr abzugrenzen ist die fokale PDE, die nur einzelne Teile des Gehirns betrifft und deren Verlauf drei bis sechs Monaten anhält. Als letzte Form ist die okulare PDE zu nennen, die bis zu 1,5 Jahren andauern kann. Der okulare Krankheitsverlauf beginnt am Sehnerv und breitet sich von dort ausgehend langsam aus. Hier wird dementsprechend die Blindheit des Hundes als erstes Symptom erkannt.

Erbgang
Der Erbgang der PDE wird im Fachbegriff als  „autosomal-rezessiv mit unvollkommener Penetranz“ bezeichnet. Dies bedeutet übersetzt, dass Welpen  nur erkranken können, wenn beide Elterntiere das PDE-Gen in sich tragen und an ihre Nachkommen weiter geben. Der Begriff „unvollkommene Penetranz“ beschreibt dabei, dass die Krankheit nicht zwangsläufig ausbrechen muss, selbst wenn das Tier das entsprechende Gen trägt. Betroffene Tiere müssen demnach nicht zwangsläufig Symptome zeigen. Dadurch wird klar, warum sich die Hirnerkrankung vor Einführung des Gentests ungehindert in der Mopspopulation verbreiten konnte. Es fehlte schlichtweg die Möglichkeit scheinbar gesunde Tiere als Träger des heimtückischen Gens zu identifizieren.

Prophylaxe als einzige Therapie
Die PDE ist nicht heilbar und verläuft immer tödlich. Die einzig mögliche Therapie ist somit ihre Prophylaxe, die ausschließlich über die Zucht erfolgen kann. Da die PDE eine Erkrankung ist, die bei ihrem Ausbruch zu einem sehr qualvollen Krankheitsverlauf mit tödlichem Ausgang führt, sollte auch im Sinne des Tierschutzes jede Maßnahme ergriffen werden, die Hunde vor dieser zu schützen. Die entsprechende Sorgfalt hierfür liegt in erster Linie bei den Züchtern, die aus Verpflichtung gegenüber dem Tier und ihren Welpenkäufern, jedes Elterntier genetisch testen sollten. Träger des PDE Gens müssen konsequent von der Zucht ausgeschlossen werden, um eine weitere Verbreitung der Erkrankung zu verhindern. Statt einer vollständigen Verbannung der Trägertiere fordern einige Zuchtverbände, die Verpaarungen der Elterntiere so zu planen, dass keine Doppelträger entstehen können. So erhofft man sich den Genpool und die Auswahl der Zuchthunde vielfältiger zu halten. Inwieweit diese Vorgehensweise jedoch einen sicheren Schutz bietet, ist schwer einschätzbar und Leidträger ist im Zweifelsfall der Mops.

registrierter Benutzer
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Eine für mich sehr wichtige Untersuchung.Mit der Möglichkeit zu testen hat der Züchter es in der Hand das kein betroffener Mops seine Zucht verläßt.Ziel sollte es sein mit der Zeit die Zuchten PDE frei zubekommen.
registrierter Benutzer
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Das ist leider ein sehr allgemeiner Beitrag, der so schon oft veröffenlicht wurde. Es wäre schön hier Meinungen von Spezialisten zu hören , wie die der Uni Giessen oder Dr. Rennmeister. Auch interessant wäre zu hören was das Labor Laboklin zur Mutierung des Gens sagt und warum plötzlicVerpaarungen mit nur einem belegten Allethel der Elterntiere PDE bekommen können .
registrierter Benutzer
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Ich bin nicht zuechtender Laie, habe diese relativ neue Diskussion ueber PDE verfolgt aber fuer mich ist doch einiges widersprüchlich. So wundere ich mich, dass amerikanische Labors wohl andere Traegerhaufigkeiten ermitteln deutsche. Eine zu starke Einschränkung des Genpools birgt die Gefahr, daß andere Erbkrankheiten verstärkt auftreten. Insgesamt ein wichtiges Thema, allerdings kommt es mir vor als ob es noch nicht ganz verstanden wird.


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Geht RatzFatz :-)