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Das Freie Formen (Shaping)

Sven Dressler

Das Freie Formen (Shaping)

Freies Formen, oder auch Shaping, das haben bestimmt schon einige von euch gehört. Dabei geht es darum die Kreativität und Konzentration deines Hundes zu fördern. Gleichzeitig ist dein Hund geistig ausgelastet. Du arbeitest mit dem Clicker und du kannst überall mit deinem Hund trainieren, bei schlechtem Wetter bleibt ihr einfach zu Hause!

Das Prinzip des Freien Formens: Du kennst bestimmt das „Heiß und Kalt – Spiel“? Das Freie Formen ähnelt diesem Prinzip. Kommst du dem Ziel näher, rufen die anderen Mitspieler „warm... heiß; entfernst du dich oder bist ganz weit weg, wird es „kalt“. Diese Methode ist ein Lernen durch Versuch und Irrtum: Gehst du in die richtige Richtung, wird es wärmer; liegst du falsch, wird es wieder kalt. Bei deinem Hund wirst du natürlich nicht Heiß oder Kalt sagen sondern, die Worte durch Click und kein Click ersetzen. Beim Freien Formen lässt du deinen Hund das (ihm und vielleicht sogar dir unbekannte) Ziel selbst erarbeiten. Du verstärkst mit deinem Click und natürlich das Leckerli dazu Aktionen, die in die richtige Richtung führen.

Was macht das Freie Formen so Interessant?

Beim Freien Formen darf dein Hund frei handeln. Er darf aktiv werden und Dinge ausprobieren um an sein Ziel zu kommen. Jedes Verhalten, das in die richtige Richtung geht, musst du ihm nur über den Click bestätigen. Dein Hund erhält so positives Feedback ohne Negativerfahrungen. Das ist für jeden Hund eine große Motivation. Freies Formen ermöglicht dem Hund natürlich zu lernen. Er probiert aus und lernt was funktioniert. So prägt sich gelerntes wesentlich besser und tiefer beim Hund ein. Denn diese Tricks sind kein aufgezwungenes Verhalten, sondern dein Hund hat sie für sich selbst entdeckt.Auch charakterlich profitiert dein Hund von dieser Form des Lernens – nachhaltig. Schüchterne Hunde, die sich nicht viel zutrauen, werden mutiger und sicherer. Sie erlangen Selbstvertrauen.

Was du beim Freien Formen beachten solltest:

Geduld ist beim Freien Formen oberstes Gebot! Eine Übungseinheit sollte nicht länger als fünf bis zehn Minuten dauern. Für Hunde ist das Freie Formen eine ganz neue Lernsituation. Sie müssen plötzlich Eigeninitiative zeigen, sich ihren Weg zum Ziel selbst suchen. Dein Hund muss seinen eigenen Verstand intuitiv einsetzen und über die Ausführungen nachdenken. Das kann für ihn ziemlich anstrengend werden.

Trainiere lieber mehrmals am Tag kurze Einheiten, dein Hund kann sich nämlich nur eine bestimmte Zeit lang intensiv konzentrieren.

Wie kannst du mit dem Freien Formen anfangen?

Wie kannst du mit dem Freien Formen anfangen?

Für die ersten Schritte beim Freien Formen kannst du deinem Hund natürlich auch ein wenig helfen und ihn in die richtige Richtung schubsen. Du darfst ihn auch mit deiner Stimme motivieren aktiv zu werden. Für den ersten Trick nimmst du am Besten noch einen Gegenstand mit dazu, so fällt es deinem Hund leichter aktiv zu werden.

Platziere zum Beispiel ein Buch auf dem Boden. Vielleicht möchtest du deinen Hund dazu bringen, sich mit beiden Vorderpfoten auf das Buch zu stellen. Zeigt er nun Interesse an der Aktion (auch wenn es nur klein ist), belohnst du ihn: ein gut getimtes Clicken und ein Leckerli. Interesse ist dabei schon ein flüchtiger Blick zum Buch oder auch nur in die Richtung – erst recht, wenn er eine Pfote auf den Einband legt! Dein Hund versteht in der Regel schnell, worum es geht. Er wird das Gezeigte wiederholen, um weitere Leckerlis zu bekommen. Er weiß nun genau, worum es geht: Dieser komische neue Gegenstand bringt Leckerlis!

Sobald dein Hund diesen ersten Schritt sicher zeigt, clickst du dafür nicht mehr. Natürlich soll das nicht das Ende sein, sondern nur ein Schritt zum eigentlichen Ziel. Für mehr Futter muss dein Hund weiter arbeiten. Er nähert sich dem Buch weiter, schnuppert daran, stupst es an. Irgendwann stellt er sich mit einer oder beiden Pfoten auf das Buch. Wichtig ist, dass du jeden noch so kleinen Schritt belohnst. Dein Hund geht in Richtung Buch? Click! Dein Hund beschnuppert es? Click! Dein Hund rückt es mit der Pfote zurecht? Click! Irgendwann hat er das Ziel erreicht und kann sich einer neuen Aufgabe widmen.

Vielleicht änderst du auch dein Ziel. Stellt dein Hund etwas ganz Unerwartetes an, das du aber ebenfalls toll findest? Nichts hindert dich daran, statt deiner ersten Idee, dies zu bestätigen. Ein Kreis rund um das Buch? Click! Warum denn nicht? Vielleicht kannst du ihn sogar in einer Acht um zwei Bücher laufenlassen. Achte aber darauf, nicht zwei Ziele zu vermischen: entweder die Acht oder die Pfoten aufs Buch, nicht beides zugleich. Sonst wird es für deinen Hund verwirrend und er weiß am Ende gar nicht, was er tun soll!

So, nun dürft ihr kreativ sein und loslegen. Vielleicht habt ihr auch Lust Videos zu posten,… :)

Natürlich dürft ihr bei Problemen auch fragen stellen :)
Viel Spaß beim Freien Formen
Euer Sven