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Easy-BARF: Von Grund auf artgerecht gefüttert III

Tierheilpraktikerin Sabine Nawotka

Easy-BARF: Von Grund auf artgerecht gefüttert III

Pflanzliche Erzeugnisse wie etwa Gemüse, Obst und Kräuter gehören ebenfalls zu einer ausgewogenen Rohfütterung mit dazu. Mit 10 bis 25 % machen diese vegetarischen Futterkomponenten den kleineren Anteil in einer Barf-Ration aus. Bestimmte Gemüse-, Obst- und Kräuterarten eignen sich besonders für eine Fellnase, andere wiederum gehören weniger bis überhaupt nicht in den Napf.

Üblicherweise sind Gemüse, Obst und Kräuter neben den tierischen Erzeugnissen, in (fast) jeder Barf-Ration zu finden. Vor allem Gemüse und Obst stellen einen idealen Ersatz für den Magen-Darm-Inhalt von Beutetieren dar. Ihre Ballaststoffe dienen der Darmpflege und -reinigung, außerdem liefern sie u. a. wichtige Vitamine (z. B. Vitamin A, C, K, B2, B6), aber auch Mineralstoffe und Spurenelemente (z. B. Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen). Ganz wichtig ist aber auch hier: immer vielfältig und (farblich) bunt füttern.

Gemüse

Gemüse

Gemüse macht den überwiegenden Teil der vegetarischen Futterkomponente aus. Grundsätzlich kommen beim Barfen zahlreiche Gemüsearten für eine Fellnase in Frage. Völlig unproblematisch sind beispielsweise Möhren, Zucchini, Salate (z. B. Feldsalat), Spinat, Mangold, rote Bete, Kürbis, rote und/oder gelbe Paprika sowie Gurken.

Ich selbst bin kein Freund von blähenden Gemüsen bzw. Hülsenfrüchten in der Rohfütterung (z. B. verschiedene Kohlarten, Bohnen oder Linsen) und lasse sie deshalb komplett weg. Grundsätzlich aber könnten auch unterschiedliche Kohlarten eine „Fleisch“-Ration als Gemüse ergänzen. Gleiches gilt für Bohnen und Linsen. Diese sollten allerdings wegen eines enzymhemmenden und damit die Verdauung von Proteinen störenden Stoffes, nicht roh verfüttert werden. Gut gekocht und lediglich in kleinen Mengen können aber auch Kohl und Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen Einzug in den Futternapf halten. Und auch die stärkereiche Kartoffel kann eine Barf-Ration bereichern. Jedoch sollte auch sie nicht ungekocht verfüttert werden, denn neben Blähungen, können auch Durchfälle das Ergebnis von rohen oder nicht ausreichend gekochten Erdknollen sein.

Darüber hinaus ist auch bei Tomaten Vorsicht geboten. Sie sollten – wenn überhaupt – nur in Kleinstmengen und zudem (sehr) reif im Napf der Fellnase landen. Keinesfalls sollten grüner Paprika, Avocados oder Auberginen gefüttert werden. Ich selbst mache beim Barfen auch um Knoblauch(extrakt) und Zwiebeln einen großen Bogen. Beide können zwar grundsätzlich Teil des vegetarischen Futteranteils sein (Knoblauch(extrakt): maximal 5 g/kg bzw. 1,25 ml/kg Körpergewicht, Zwiebel: maximal 5 bis 10 g/kg bzw. 0,5 % des Körpergewichts), allerdings sorgen zu große Mengen für gesundheitliche Probleme.

Obst

Obst

Nur ein kleiner Anteil der vegetarischen Futterkomponente sollte aus reifem bis überreifem Obst bestehen. In Frage kommen dabei z. B. Äpfel, Birnen, Apfelsinen, Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Pflaumen oder auch Melone. Damit der Kot unverändert bleibt, sollten selbst Äpfel und Birnen lediglich in kleineren Mengen verfüttert werden (< 10 g/kg Körpergewicht). Bedenken Sie bitte auch, dass u. a. einige Apfelsorten, auch wenn sie sauer schmecken, sehr zuckerreich sind. So ist zwar der Boskop reichlich sauer, aber trotzdem auch zuckerreich. Apfelsorten wie z. B. Alkmene, Champagner Renette, Ontario oder auch Idared haben hingegen eine angenehme Säure und enthalten wenig Zucker. Und auch, dass Pflaumen eine abführende Wirkung haben, muss bei der Rohfütterung berücksichtigt werden. Keinesfalls aber sollten Obstkerne oder Weintrauben in den Napf des Vierbeiners wandern. Bei ihnen besteht ein nicht unerhebliches gesundheitliches Risiko.

Gemüse und Obst: kochen, dünsten und pürieren

So viel steht schon einmal fest: Rohe Kost ist schwerer verdaulich als gekochte oder gedünstete. Daher sollten nur Hunde, die daran gewöhnt sind bzw. über einen starken und gesunden Verdauungstrakt verfügen, kleine Mengen von rohem Gemüse und/oder Obst gefüttert bekommen. Eine verbesserte Aufnahme lässt sich im Verdauungstrakt erreichen, wenn frisches Gemüse und/oder Obst, entweder klein geschnitten und kurz gedünstet oder aber kurz gedünstet und püriert wird.

Kräuter

Ich selbst bevorzuge bei der Rohfütterung frische Petersilie, da sie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe enthält und außerdem leicht verfügbar ist. Aber auch Schnittlauch, Brennnessel, Brunnenkresse, Löwenzahn (er verliert übrigens Bitterstoffe, wenn er gründlich in Wasser eingeweicht wird) oder, der kaum in seinem Wachstum zu bremsende Giersch können je nach (saisonaler) Verfügbarkeit in eine Barf-Ration integriert werden. Auch hier gilt allerdings: immer nur Kleinstmengen. Kräuter mit einer intensiven medizinischen Wirkung sollten nicht Bestandteil einer normalen Barf-Fütterung sein; sie gehören in die Hände eines erfahrenen Therapeuten. Und auch (Pfeffer-)Minze hat ihre Tücken: Wird sie zeitgleich mit homöopathischen Arzneimitteln gegeben, dann kann die Wirkung der Medizin vermindert und im schlimmsten Falle aufgehoben werden.

Getreide

Ja, wo bleibt in dieser Barf-Serie eigentlich das Getreide? Die Antwort darauf lautet: Ich habe es absichtlich nicht berücksichtigt, da Getreide aus verschiedenen Gründen nicht ganz unproblematisch ist. Zudem finde ich, dass vor allem kranke Fellnasen oftmals zu kohlenhydratreich gefüttert werden – auch wenn der pflanzliche Anteil der Rohfütterung in der Summe nur 10 bis 25 % beträgt.

Kohlenhydrate – auch im stärkereichen Getreide enthalten – lassen sich nie ganz vermeiden, aber durch eine gezielte Auswahl von kohlenhydratarmem Gemüse und Obst reduzieren. Denken Sie dabei etwa an das Beispiel mit den Äpfeln. Dies kann vor allem bei bestimmten Erkrankungen wie z. B. einer Entzündung oder Leistungseinschränkung der Bauchspeicheldrüse, Krebs oder einer Fehlbesiedelung der Darmflora sinnvoll sein. Und da auch Kartoffeln stärkereich sind, sollten auch sie in der Fütterung mitunter eher sparsam eingesetzt werden.

Doch zurück zum Getreide: Getreide wird nicht von allen Hunden gut vertragen, denn es gehört im eigentlichen Sinne nicht zum natürlichen Nahrungsspektrum der Fellnase und birgt zudem so manches hygienisches Problem. Vor allem Weizen, scheint grundsätzlich problematisch zu sein. Daher integriere ich Getreide nur in den seltensten Fällen in die Futterpläne meiner vierbeinigen Patienten. Es gibt aber durchaus auch Fälle, da machen Kohlenhydrate, also auch Getreide Sinn (z. B. bei Lebererkrankungen oder bei Hunden, die schnell viel Leistung zeigen müssen). Dann greife ich allerdings vielfach nicht auf die klassischen Getreide wie Weizen, Hafer & Co. zurück, sondern auf Naturreis oder auf die an Mineralstoffen und Spurenelementen reiche Hirse. Soll Getreide eine Barf-Ration ergänzen, dann sollte dieses zuvor unbedingt gut gekocht werden, da hierdurch die Verdaulichkeit und Verträglichkeit positiv unterstützt und Durchfall vermieden werden kann. Alternativ dazu können Sie z. B. auch auf Reis- oder Hirseflocken zurückgreifen, die vor dem Verfüttern über Nacht eingeweicht und ebenfalls gekocht werden.

Easy-BARF auf einen Blick: pflanzliche Erzeugnisse

— Gemüse macht den überwiegenden Teil der vegetarischen Futterkomponente aus.
— Völlig unproblematisch sind als Gemüse: Möhren, Zucchini, Salate (z. B. Feldsalat), Spinat, Mangold, rote Bete, Kürbis, rote und/oder gelbe Paprika sowie Gurken.
— Kohlarten und Hülsenfrüchte dürfen nur gekocht und in geringen Mengen gefüttert werden.
— Sind Kartoffeln Teil einer Barf-Ration, dann müssen diese gut gekocht sein.
— Kleinstmengen von Tomaten kommen nur in den Napf, wenn sie (sehr) reif sind.
— Keinesfalls sollten grüner Paprika, Avocados oder Auberginen gefüttert werden.
— Knoblauch(extrakt) und Zwiebeln können unter Berücksichtigung von Maximalmengen in eine Ration integriert werden.
— Kommt Obst in den Futternapf, dann sollte dieses reif bis überreif sein.
— Als Obst kommen z. B. Äpfel, Birnen, Apfelsinen, Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Erd-beeren, Pflaumen oder auch Melone in Frage.
— Obstkerne und Weintrauben sollten nicht Bestandteil der Rohfütterung sein.
— Frisches Gemüse und/oder Obst sollte entweder klein geschnitten und kurz gedünstet oder aber kurz gedünstet und püriert werden.
— Kleinstmengen von Petersilie, Schnittlauch, Brennnessel, Brunnenkresse, Löwenzahn oder Giersch können je nach (saisonaler) Verfügbarkeit in eine Barf-Ration integriert werden.
— (Pfeffer-)Minze sollte nicht zeitgleich zu einer homöopathischen Behandlung gegeben werden.
— Getreide sollte nur in Ausnahmefällen gefüttert werden. Besonders geeignet ist Naturreis oder Hirse. Je nach Verarbeitungsform des Getreides muss dieses über Nacht eingeweicht bzw. gut gekocht werden.

Herzliche Grüße Sabine Nawotka