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Achtung Fuchsbandwurm

Eine Bedrohung für Mensch & Tier

Achtung Fuchsbandwurm

Seit den 1970er Jahren vermehren sich Füchse in Deutschland rasant, ihre Zahl hat sich seitdem verdreifacht. Besonders beliebt sind inzwischen Klein- und Großstädte, in denen sie Nahrung, Lebensraum und Schutz vor Feinden finden. Mit ihnen kommt uns aber nun auch der Kleine Fuchsbandwurm immer näher, der sich Füchse als Endwirt ausgesucht hat und auch leicht auf unsere geliebten Fellnasen übertragbar ist. Erfahrt hier, wie sich der Bandwurm verbreitet und was ihr dagegen tun könnt!

Der Kleine Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ist ein Parasit, der in seinem Lebenszyklus zwei verschiedene Säugetiere als Wirte benötigt, einen Zwischenwirt und einen Endwirt. In diesen entwickelt er sich weiter. Die Larven des Fuchsbandwurms lösen die Erkrankung »alveoläre Echinokokkose« bei uns Menschen hervor. Die erwachsenen Würmer leben im Dünndarm von Füchsen, Mardern und manchmal auch in Hunden. Dort haken sie sich an der Darmwand fest und ernähren sich von Blut. Jeder Bandwurm ist ein Zwitter und kann Eier in seinem hinteren Körpersegment heranwachsen lassen, welches er irgendwann abwirft, damit der Wirt es mit dem Kot ausscheidet.

Der Kreislauf geht mit Mäusen und Bisamratten weiter. Über ihre pflanzliche Nahrung, die häufig in Berührung mit dem Fuchskot gekommen ist, nehmen sie die Eier auf. Diese entwickeln sich dann in ihren inneren Organen zu Larven (Finnen). Da kleinere Nagetiere wiederum eine Hauptnahrungsquelle für Füchse sind, gelangen sie so in den Darm ihres Endwirts, wo sie zu geschlechtsreifen Bandwürmern werden.

Unsere Fellnasen können sich leider auch infizieren und werden so zu Endwirten des Wurms. Das geschieht z.B. beim Jagen von infizierten Mäusen oder Ratten oder aber durch die Aufnahme der Eier über den Boden und die Pflanzen, die dort wachsen. Es kann auch passieren, dass Bandwurmeier in seinem Fell hängen bleiben und dann mittels Lecken in den Körper gelangen.

Warum ist der Fuchsbandwurm für Menschen so gefährlich?

Wir Menschen sind Fehlwirte des Wurmes, d.h. wir sind nicht zum Zwischenwirt bestimmt. Trotzdem können sich in unserem Darm Bandwurmfinnen entwickeln. Dabei werden besonders Leber und Lunge befallen und weitgehend zerstört. Eine Heilung ist fast unmöglich, daher ist eine Infektion für uns äußerst gefährlich. Für unsere Fellnasen gilt das eher nicht. Wie beim Fuchs kann er recht gut mit dem Wurm leben, die echte Gefahr besteht darin, dass der Hund mit jedem Kotabsatz Wurmeier ausscheidet und so eine Infektionsquelle für uns und andere Lebewesen darstellt.

Einen extremen Bandwurmbefall erkennt ihr an Symptomen wie Durchfall, Gewichtsabnahme, stumpfem Fell und Darmentzündungen. Bei leichterem Befall erkennt man die Infektion aber unter Umständen gar nicht.

Was tun?

Vermeidet zuallererst zum Selbstschutz direkten Kontakt mit dem erkrankten Hund oder seinem Kot. Nach jedem Kontakt sollten die Hände gründlich gewaschen werden. Dann muss die Infektion natürlich auch noch behandelt werden. Dazu muss der Vierbeiner an zwei aufeinander folgenden Tagen entwurmt werden. Die Wurmkur muss Praziquantel enthalten. Vier Tage lang muss zusätzlich jeder Kot eingesammelt und entsorgt werden. Nach der Behandlung müsst ihr eure Fellnase dann gründlich duschen, um sicherzugehen, dass keine Eier mehr übrig sind.
Wenn ihr euch vor einer Eigeninfektion fürchtet, sprecht mit eurem Arzt, dann können entsprechende Untersuchungen über Blutproben gemacht werden. Die Gefahr einer Infektion ist allerdings äußerst gering.

So könnt ihr einer Infektion vorbeugen

In Gebieten mit vielen Füchsen steigt natürlich das Infektionsrisiko, auch wenn nach wie vor eine Ansteckung eher selten ist. Um das Risiko für euch und eure Fellnasen auf ein Minimum zu reduzieren, könnt ihr folgende Tipps befolgen:

•    Füttert kein Gemüse, Früchte oder ähnliches aus dem Freien roh, ohne es vorher sehr gründlich zu waschen. Gekochte Lebensmittel dieser Art sind unbedenklich, da Bandwurmeier bei Temperaturen von über 60 °C absterben. Einfrieren hilft jedoch nicht.

•    Fuchskot im Garten muss umgehend entsorgt werden. Das kann man am besten mit einer umgestülpten Plastiktüte machen, die dann im Hausmüll entsorgt wird. (Bitte nicht im Kompost!)

•    Füttert niemals Füchse oder lockt sie absichtlich an. Sorgt auch dafür, dass Kompost immer unzugänglich für Tiere ist oder Mülltonnen geschlossen sind.

•    Achtet auf einen aktiven Impfschutz bei euren Vierbeinern und macht regelmäßige Kot-Kontrollen. Zu häufiges Entwurmen, eventuell sogar ohne dass eine Infektion vorliegt, ist jedoch äußerst schädlich! Bei Mäusefängern ist die Entwurmung jedoch wichtiger, da sie einem höheren Risiko ausgesetzt sind.

•    Achtet darauf, dass eure Fellnase keine Mäuse fängt, diese sind Infektionsquelle Nummer 1 für Fuchsbandwürmer!

•    Wenn sich euer Hund gerne in Kot wälzt, wascht ihn regelmäßig. Im Fell können sich Eier festsetzen.

Bitte TEILEN und andere Hundefreude informieren!