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Gefahren im Advent

Dr. Charlotte Kolodzey

Gefahren im Advent

Die Wohnungen werden hübsch geschmückt. Überall duftet es nach frisch gebackenen Plätzchen. Schoko-Weihnachtsmänner bevölkern die Kaffeetafeln in Massen.
HALT! So besinnlich diese Zeit ist – sie birgt auch viele Gefahren für unsere Fellnasen.

Nicht nur der Tannenbaum hält Einzug ins heimische Wohnzimmer, auch Weihnachststern, Christrose, Mistel und Stechpalme  bringen frisches Grün in die dunkle Jahreszeit. Was haben diese Pflanzen sonst noch gemeinsam? Sie sind alle giftig für unsere Hunde! Die ätherischen Öle der Tannennadeln können zu Nieren- und Leberschäden führen. Die meisten Hunde werden die pieksigen Dinger eher nicht fressen. Wer jedoch einen vierbeinigen Staubsauger zuhause hat, sollte auf einen echten Tannenbaum verzichten und einen aus Plastik vorziehen. Manche Weihnachssternsorten sind wenig gefährlich, andere sind sehr giftig. Es existiert ein Fallbericht, wo ein Hund nach Auffressen von 3 Blättern verstorben ist. Misteln werden meist aufgehangen, damit sich ein Pärchen darunter küsst. Einmal aufgehangen, trocknet die Pflanze schnell aus und die weißen Beeren fallen herab. Vor allem diese weißen Beeren sind für den Hund giftig. Es kann zu lokalen Reizungen und Herz-Kreislauf-Problemen kommen. Die Stechpalme (Ilex) mit ihren wunderschönen roten Beeren ist sehr giftig für Hunde. Bereits 20 Beeren können für einen Vierbeiner tödlich sein. Wird die hübsche Christrose gefressen,  kann dies zu Durchfall und Kollaps führen. Die genannten Pflanzen bitte entweder außerhalb der Reichweite seines Vierbeiners aufstellen oder erst gar nicht ins Haus lassen.

Weihnachtsdeko ist meist ungeeignet für neugierige und verspielte Vierbeiner. Schnell geht die eine oder andere Christbaumkugel splitternd zu Bruch oder ein Holzmännchen ist verschluckt. Deko sollte man immer außerhalb der Reichweite seines Hundes anbringen. Wer einen tollpatschigen Chaoten zu Hause hat, sollte bei der Wahl der Dekoartikel die Bruchsicherheit bedenken und auf kleine Teile verzichten, die einfach verschluckt werden könnten. Tollende Junghunde vertragen sich auch eher schlecht mit brennenden Kerzen.

Schokolade ist tabu! Das enthaltene Theobromin ist für Hunde giftig. 20 g Zartbitterschokolade pro kg Körpergewicht können bereits tödlich sein. Ein Beispiel: für einen 5 kg Dackel kann eine 100 g Tafel lebensgefährlich sein. Hier gilt: Schoko-Weihnachtsmänner wegräumen und keine Schokolade auf Weihnachtstellern unbeobachtet liegen lassen. Sollte der Schoko-Weihnachtsmann bereits verspeist sein, bitte umgehend zum Tierarzt fahren. Übrigens... Vor ein paar Jahren habe ich einen Labrador behandelt, der sage und schreibe 1,5 kg Schokolade vom Weihnachtsteller geklaut hatte. Die Geschichte ist gut ausgegangen, auch wenn sich das Frauchen ihren Heiligabend sicherlich anders vorgestellt hatte.

Auch Plätzchen bergen manche Gefahr: Macadamianüsse und Rosinen sind giftig für Hunde. Bei einem 15 kg Whippet können schon 4 Nüsse zu Vergiftungserscheinungen wie Steifheit, Problemen beim Laufen und Leberschäden führen. Weintrauben und ihre getrocknete Variante, die Rosine, können zu akutem Nierenversagen führen. Bitte alle Macadamianüsse und Rosinen von unseren Vierbeinern fernhalten. Wer auf Nummer sicher gehen will, verzichtet beim Backen auf diese beiden Zutaten.

Ist Heiligabend endlich gekommen: Reste vom Braten gehören nicht in den Futternapf! Das Fleisch ist meist stark gewürzt, was viele Hunde nicht vertragen. Sie müssen sich erbrechen oder bekommen Durchfall – nicht sehr besinnlich, oder?! Gekochte Knochen (egal von welchem Tier) gehören auch nicht in den Napf! Sie können splittern und zu schweren Verletzungen im Maul und im Magen-Darm-Trakt führen. Und so eine Not-OP an Heiligabend ist sicherlich nicht eingeplant. Wenn alle Hundehalter ein paar Dinge beachten, steht einer wunderbaren Zeit nichts im Wege.

Eine entspannte Adventszeit und ein fröhliches Weihnachtsfest wünsche ich allen Zwei- und Vierbeinern!