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Giardien – hartnäckige Unruhestifter im Darm

Tierheilpraktikerin Sabine Nawotka

Giardien – hartnäckige Unruhestifter im Darm

Anhaltender dünnbreiiger, schleimiger, teils auch blutiger Durchfall kann beim Hund ein Hinweis auf eine Giardien-Infektion sein. Die sehr anhänglichen parasitären Einzeller können dabei sowohl beim Hund als auch beim Menschen zu Problemen führen. Neben einer konsequenten Behandlung und gezielten Hygienemaßnahmen, stehen eine spezielle Fütterung sowie der Aufbau der Darmflora im Vordergrund.

Im Beitrag von Tierärztin Hanna Stephan konnten Sie bereits einiges zu möglichen Ursachen von bzw. zu Maßnahmen bei Durchfall lesen. Eine der Ursachen von akutem, aber auch chronischem Durchfall können – wie beschrieben – Parasiten sein. Allerdings muss es sich dabei nicht zwangsläufig um Würmer handeln. Auch Einzeller wie z. B. die häufig vorkommenden Giardien können ihr Unwesen im Darm treiben.

Anhängliche Parasiten ohne Zwischenwirt

Die beim Hund vorkommenden Giardien (Giardia canis) sind parasitäre Einzeller, die sich an der Schleimhautoberfläche des Dünndarms anheften. Sie bilden im Darm rundlich-ovale Zysten, die der Hund massenhaft mit dem Kot ausscheidet. Diese Zysten sind sofort und vor allem lang anhaltend infektiös, denn sie können in der Umgebung mehrere Wochen bis Monate überleben. Hunde infizieren sich oral, also über das Maul. Häufig geschieht dies durch verschmutztes (Trink-)Wasser z. B. in Eimern, Pfützen oder Tümpeln. Schon rund 100 der millionenfach ausgeschiedenen Zysten reichen dafür aus, dass nach ca. 10 Tagen beim Hund erste Symptome auftreten.

Verstärkt Symptome bei Welpen und Junghunden

Vor allem bei Hunden bis zu einem Jahr stehen die für Giardien typischen, immer wiederkehrenden, hartnäckigen, dünnbreiigen, schleimigen und teils auch blutigen Durchfälle im Vordergrund. Zusätzlich können Erbrechen, aber auch Blähungen auftreten, einige Fellnasen magern sogar ab. Besonders betroffen sind jedoch Welpen im Alter von zwei bis drei Monaten. Ältere Tiere zeigen hingegen nach einer vorausgegangenen Giardien-Infektion seltener Krankheitserscheinungen. Ob tatsächlich Giardien die Verursacher der beschriebenen Symptome sind, kann anhand einer Kotuntersuchung festgestellt werden.

Doch auch der Mensch sollte vorsichtig sein, denn Giardien können in der Regel auch auf ihn übertragen werden. Dabei sind besonders Kinder und Menschen mit einer Resistenzschwäche gefährdet. Von daher, sollten nicht nur Hundehalter hartnäckigen Durchfall ernst nehmen, sich direkt untersuchen und bei einem positiven Giardien-Befund behandeln lassen.

Konsequente Therapie bei Giardien-Infektion

Ein positiver Befund ist vor allem bei Jungtieren ein Grund zur Therapie. Werden mehrere Hunde gehalten, dann sollten unbedingt alle Vierbeiner behandelt werden. Alternativ zur schulmedizinischen Therapie können auch Kräuter bei Giardien-Befall eingesetzt werden.

Da der Krankheitsverlauf durch eine kohlenhydratreiche Fütterung begünstigt wird, sollten Kohlenhydrate (z. B. Getreide, Reis, Hirse, Mais, (Süß-)Kartoffeln etc.) während der Behandlung möglichst vermieden bzw. stark reduziert werden. Hierfür eignet sich besonders eine Rohfütterung (BARF) u. a. mit einem hohen Fleisch- (80 bis 90 %) sowie einem möglichst geringen und kohlenhydratarmen Gemüse- bzw. Obstanteil (20 bis 10 %). Ergänzend dazu, können speziell auf die Darmflora des Hundes abgestimmte Probiotika sinnvoll sein. Außerordentlich wichtig ist zudem die Hygiene. Dabei sollten Sie Folgendes unbedingt beherzigen:

•    Den Kot eines infizierten Vierbeiners sofort unschädlich entsorgen (nicht über die Bio-Tonne!).
•    Das Trinkwasser mehrmals pro Tag wechseln und die Näpfe jedes Mal mit kochendem Wasser auswaschen.
•    Konsequent den Kontakt mit potentiellen Ansteckungsquellen (z. B. Kothaufen, stehendes Wasser etc.) vermeiden.
•    Zwinger, aber auch das häusliche Umfeld, in dem ein infizierter Hund lebt, mehrmals pro Woche gründlich reinigen und desinfizieren.
•    Liegeflächen ebenfalls reinigen, desinfizieren bzw. so heiß wie möglich waschen.
•    Ein Belecken des Hundes vermeiden. Auch die Hände nach dem Anfassen des Vierbeiners gründlich desinfizieren.

Dabei ist in Sachen „Desinfektion“ wichtig zu wissen, dass das verwendete Desinfektionsmittel auch gegen Giardien wirken muss. Welches Desinfektionsmittel dafür in Frage kommt, hat die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft in einer Liste unter www.desinfektion-dvg.de zusammengestellt. Ein Desinfektionsmittel, das bei einer Giardien-Infektion verwendet werden kann, hat in der Spalte „parasitäre Einzeller“ einen Eintrag.

Übrigens: Nach Abschluss der Behandlung, aber auch darüber hinaus sollte der Kot einer auf Giardien positiv getesteten Fellnase immer wieder kontrolliert werden, da Giardien-Infektionen aus den geschilderten Gründen zum Wiederkehren neigen.

Herzliche Grüße Sabine Nawotka
www.deine-tierheilpraxis.de
 
 

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