Sie verwenden einen nicht unterstützten oder veralteten Browser!
Bitte aktualisieren Sie oder verwenden Sie einen anderen.
Andernfalls wird diese Seite nicht korrekt dargestellt und ist in ihren Funktionen eingeschränkt.
Grannen: Eine Gefahr im Sommer

Bitte LESEN & TEILEN

Grannen: Eine Gefahr im Sommer

Meinem Hund ist es vor ein paar Jahren passiert. Wir vebrachten einen ausgiebigen Nachmittagsspaziergang an den Rheinwiesen und fuhren fröhlich nach Hause. Am Abend fing er an den Kopf extrem schräg zu halten und kratzte sich verzweifelt an seinem Ohr. Als es immer schlimmer wurde, fuhr ich mit ihm zum Notdienst. Die Diagnose: er hat eine Granne im Ohr, die das Trommelfell zerstoßen hatte.

Im Grunde sind »Grannen« das Endstück vieler Gräser und Getreidearten, die mit Widerhaken ausgestattet sind und sich gerne im Fell unserer liebsten Fellnasen verhaken. Für die Granne selbst, ist das Festhalten am Tier die perfekte Möglichkeit ihre Samen zu verbreiten, aber für unsere Hunde sind sie eine unterschätzte Gefahr.

Gerade jetzt zur Spätsommerzeit sind die Ähren reif und gelb, verlieren ihre Feuchtigkeit und sie werden spitz wie eine Nadel. Bei der minimalsten Berührung brechen sie ab. Im Frühjahr dagegen sind Grannen grün und harmlos. Eine häufig vorkommende Sorte ist die »Mäusegerste«, ein wilder Verwandter der Getreidepflanze. Sie siedelt sich gerne an Verkehrsinseln und den ungepflasterten Bereichen rund um Bäume an oder wie in unserem Fall, auf den hohen Wiesen, durch die fröhlich unser Hund trottet.

Warum sind Grannen so gefährlich für Hunde

Die Grannen bleiben beim Vorbeistreifen im Fell des Hundes hängen und ihre Widerhaken verhindern das Abschütteln. So gerät die Granne immer tiefer in das dichte Fell des Hundes und dringt häufig sogar in die Haut des Hundes ein. Relativ oft kommt es vor, dass sich Grannen zwischen den Zehen verfangen und beim Laufen immer tiefer in die Haut gebohrt werden. Dies ist für den Hund besonders schmerzhaft, weil die spitze Granne ihm mit jeder Bewegung Schmerzen bereitet. Eine Granne die in die Hautschicht eindringt ist immer ein Fremdkörper, der sich leicht und schnell entzündet. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Abszess (sprich: einer Eiteransammlung, die daraus resultiert, dass der Fremdkörper mit dem Gewebe verschmilzt) und die Granne beginnt im Körper zu wandern. Besonders betroffen sind die Pfoten des Hundes wegen ihrer dünnen Hautschicht im Zehenzwischenraum und Körperöffnungen wie Ohren, Nase oder Auge. Die häufigsten Opfer sind Hunde mit längerem Fell sowie schlappohrige Hunde, aber grundsätzlich kann jeder Hund sich eine Granne einfangen.

Symptome

Zunächst bereitet die Granne, egal wo sie sich verfangen hat, dem Hund Schmerzen und er möchte sich ihr schnellstmöglich entledigen. Die ersten Symptome sind daher ein ständiges Lecken der Pfote und/oder Humpeln oder ein Zukneifen des Auges, sofern die Granne ins Auge eingedrungen ist. Bei einer Granne im Ohr wird der Hund seinen Kopf schütteln, ihn evtl. schief halten und sich an seinen Ohren kratzen. Dringt die Granne in die Nase ein, so kommt es zu starkem Niesen. Bleibt die Granne trotz dieser Erstsymptome unentdeckt, so reagiert der Körper meist mit einer Entzündung. Dies äußert sich in einer geröteten und geschwollenen Stelle, die sich bei einer Berührung leicht heiß anfühlt. Der weitere Verlauf hängt immer von der betroffenen Körperregion und davon, wie tief die Granne bereits eingedrungen ist. Deshalb ist es besonders wichtig die folgenden Maßnahmen prophylaktisch nach jedem Spaziergang in den Sommermonaten anzuwenden.

Vorbeugung

Ein Hund sollte nach einem Spaziergang gründlich kontrolliert werden, am besten mit einem Kamm einmal durch das Fell fahren und die Pfoten anschauen. Hier eignet sich beispielsweise ein langer Flohkamm (-->HIER) oder eine sog. Zupfbürste (-->HIER). Bitte kämmt aber eure Hund vorsichtig durch und achtet auf erste Verhakungen.

Wichtig ist es auch Ohren, Augen und Maul zu kontrollieren. Da ich kürzlich danach gefragt wurde an dieser Stelle nochmal der Tipp: Ein Hund muss es zulassen, dass man ihm in seine Ohren und sein Maul schaut. Das kann man am besten im Welpenalter anfangen zu trainieren und dann regelmäßig wiederholen und dabei fleißig loben. Ich selbst übe das jeden Abend mit meinem Hund. Hat er es früher gehasst, so ist das heute für ihn völlig ok. Einmal linkes Ohr einmal rechtes Ohr.

Zu dieser Jahreszeit empfiehlt es sich auch, das Fell im Zwischenzehenbereich und um die Ohren leicht zu kürzen, denn so können sich deutlich weniger Grannen im Fell verfangen. Zu überlegen ist es auch, ob man in diesen beiden Monaten wirklich auf ausgedörrten Wiesen oder abgeernteten Feldern spazieren geht, oder ob man nicht viel lieber ein schönes neues Waldstück gemeinsam entdeckt.

Erste Hilfe bei einer Grannenverletzung

Zeigt der Hund nun Symptome nach einem Spaziergang und man findet tatsächlich eine Granne, sollten gut sichtbare Grannen sofort entfernt werden und die Wunde anschließend desinfiziert werden. Am besten mit einer Pinzette, damit sie auch wirklich komplett erwischt. Steckt eine Granne sehr tief und/oder im Gehörgang sollte sie bitte NICHT selbst entfernt werden, sondern immer von einem Tierarzt. Dieser sollte dann unverzüglich aufgesucht werden.

Meinem Hund wurde beim Tierarzt die Granne aus dem Trommelfell gezogen und es war für ihn eine schreckliche Erfahrung. Trotzdem: die Jahreszeit lädt ein zu wunderschönen Spaziergängen in den Abendstunden und mit ein wenig Vorbeugung ist auch für die liebste Fellnase die Gefahr von Grannen einzudämmen.

Liebe Grüße eure Lena Gruschka & Mr. Steed