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Horrorvorstellung - Die  Magendrehung beim Hund

Hanna Stephan, TÄ bei Terra Canis

Horrorvorstellung - Die Magendrehung beim Hund

Plötzliche Unruhe, starkes Sabbern, weiße Schleimhäute im Maul und schnelles Hecheln signalisieren jedem Hundebesitzer sofort, dass mit seinem Vierbeiner etwas ganz und gar nicht stimmt. Schlimmer wird es dann, wenn sich der kranke Hund gequält und wiederholt versucht zu erbrechen, was ihm jedoch nicht gelingt. Der Besitzer merkt wie sich der Bauch des tierischen Patienten langsam aufbläht und sich die Bauchdecke verhärtet, während das Tier selber immer teilnahmsloser wird.

Treten solche Symptome bei einem Hund auf, so sind sie klassisch und alarmierend für eine Magendrehung, die im Fachbegriff  „Torsio ventriculi“ genannt wird und sehr schnell lebensbedrohlich wird! Bereits bei den ersten  Anzeichen dieser geht es deswegen bereits um  Leben und Tod und es muss unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden.

Schmerzhafte Verdrehung

Bei der Torsio Ventriculi dreht sich der Magen des Hundes um die eigene Achse, wodurch alle Zugänge und Blutgefäße des Magens und der benachbarten Gewebe abgeschnürt werden. Dies betrifft auch den Eingang des Magens (Speiseröhre) und den Magenausgang (Darm). Besonders fatal ist, dass auch alle Blutgefäße eingeklemmt werden, so dass der Blutfluss zum Erliegen kommt. Dadurch kommt es schnell zum Kreislauf-Kollapps des Tieres.

Da nichts in den Magen gelangen oder aus ihm austreten kann, sammeln sich schnell Gase in diesem, wodurch das Tier aufgebläht wirkt und eine sehr harte Bauchdecke bekommt.
Ohne eine sofortige Korrektur der Mißlage des Magens kann es innerhalb von sehr kurzer Zeit zum Tod des Vierbeiners kommen. Bei kompletten Drehungen muss das Tier operiert werden und der Chirug bringt den Magen wieder in seine korrekte Ausgangslage. Hierbei kann er direkt begutachten, welche Schäden durch die Verlagerung bereits eingetreten sind. Abgestorbenes Gewebe muss unter Umständen entfernt werden, um eine Blutvergiftung zu vermeiden. Nach überstandener Operation bleibt der betroffene Patient ein absoluter Intensivpatient, der ein hohes Risiko hat an einer Blutvergiftung oder einem Herzversagen zu sterben.

Ursachen des verdrehten Magens

Ursächlich für eine Magendrehung kann vieles sein und bis heute sind nicht alle Risiken für ihre genaue Entstehung bekannt. Sicher ist jedoch, dass große Hunde tendenziell eher dazu neigen eine Magendrehung zu erleiden, als kleinere Vierbeiner. Gefährdet sind besonders ältere Hunde, da bei ihnen die Bänder und Sehnen, welche den Magen in seiner Position halten nicht mehr so straff sind wie im jungen Alter.

Der Magen hängt innerhalb der Bauchhöhle des Hundes hinter dem Zwerchfell an Bändern, welche sich wenn sie gedehnt sind, schnell drehen. Große Hunde, wie Retriever haben ab einen Alter von ca. 5 Jahren ein erhöhtes Risiko und Riesenrassen, wie Doggen  sind schon ab einem Alter von 3 Jahren gefährdet. Wie bei allen Erkrankungen wird die Torsio Ventriculi durch Inzucht und eine zu geringe Vermischung des Erbguts innerhalb einer Rasse gefördert. Da für die Veranlagung dieser  Erkrankung eine Vererbung sehr wahrscheinlich ist, hat die Zucht dementsprechend großen Einfluss darauf diese zu fördern oder zu verhindern. Haben Elterntiere oder Geschwister bereits eine Neigung zur Magendrehung angezeigt, so sind andere Hunde der gleichen Linie häufig auch betroffen. Hier muss innerhalb des Zuchtmanagements sehr sorgfältig entschieden werden, welche Tiere sich als Vererber eignen und welche nicht.

Laut aktueller Studie steht die Dogge an erster Stelle für das Risiko eine Magendrehung zu erleiden. Ungefähr die Hälfte aller Doggen erleidet im Laufe des Lebens eine Torsio ventriculi, was eine erschreckend hohe Zahl ist und natürlich die Frage in den Raum stellt, ob die Zucht dieser Rasse und die immer größer angestrebte Größe der Tiere  nicht doch an die Grenze der Natur stößt.

Einfluss über die Fütterung

Über das Futter und die Portionierung der Mahlzeiten kann viel Einfluss auf die Entstehung einer Magendrehung genommen werden. So muss jedem Vierbeiner die Möglichkeit gegeben werden sein Futter in Ruhe aufzunehmen. Bedrängt durch andere Hunde oder Zweibeiner kann sich der Hund gestört fühlen, was zu einem zu hastigen Fressen und einer dadurch bedingten Drehung des Magens führen kann.

Weiterhin ist es ratsam dem Hund statt einer riesigen Mahlzeit besser zwei kleinere Portionen morgens und abends anzubieten, damit der Magen nicht zu stark gefüllt wird und der Halteapparat des Organs nicht zu stark belastet wird. Nach den Mahlzeiten braucht der Hund eine Stunde Ruhezeit, um sein Futter zu verdauen. So muss mit dem Gassi-Gang und Spielen entweder gewartet werden oder der Auslauf auf einen Zeitpunkt vor dem Fressen verlegt werden. Sehr ängstliche oder nervöse Hunde sind weitere Risikokandidaten für eine Magendrehung, da durch die Ausschüttung der Stresshormone der Magen in stärkerer Bewegung ist. Hier muss mit viel Fingerspitzengefühl vorgegangen werden. Ein gleichmäßiger Tagesablauf und ruhiger Alltag helfen dem Vierbeiner sich zu entspannen. Zudem können homöopathische Mittel vom Tierarzt den ängstlichen Hund gut und sinnvoll unterstützen.

Risikorassen

– Deutsche Dogge
– Irish Wolfshund
– Berner Sennenhund
- Deutscher Schäferhund
– Dobermann
– Briard
– Bernhardiner
– Neufundländer
– Rottweiler
– Hovawart

Ob Ihr Hund zu den Risikogruppen gehört oder nicht ist leider keine Sicherheit, ob er einmal eine Magendrehung erleiden wird. Deswegen immer mit Bedacht durch den Hundealltag gehen und genug Zeit für die Mahlzeiten und das Mittagsschläfchen einplanen. Mein Hund „ Schokoschnute“ und ich machen das nach einem leckeren Essen nur allzu gerne zusammen. In diesem Sinne wünsche ich allen Zwei- und Vierbeinern eine wundervolle Woche ohne das etwas schwer im Magen liegt.

Liebe Grüße Ihre Hanna Stephan, TÄ bei Terra Canis
 
 

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Erste Hilfe für eine solche Situation für die Hundebesitzer wäre wichtig.
Das Gas aus dem Bauch ablassen mit einer Injektionsnadel um Zeit zu gewinnen, bis man zum Rettenden Arzt kommt.
registrierter Benutzer
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Entsteht die Magendrehung gleich oder direkt nach dem Essen oder kann es auch zu einem spaeteren Zeitpunkt entstehen?
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DIe Autorin hat leider vergessen zu erwähnen, dass viele, wenn nicht sogar die meisten Magendrehungen aus der Ruhe heraus entstehen, also weit später als kurz nach den Mahlzeiten. Wichtig ist Hunde mit gesundem Bindegewebe zu züchten, der oft kritisierte `lose Rücken`bei großen Rassen ist schon ein Indiz. Wer das Risiko klein halten will, sollte Frischfleisch füttern, wenig Pflanzliches und Getreide, das im Magen gären könnte und zu Aufgasungen führen könnte.
Allen Hunden tut es gut zei- oder dreimal am Tag eine kleine Portion Futter zu bekommen. Magensäure des Hundes ist recht scharf und so ist die Magenwand immer ein wenig geschützt.


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Geht RatzFatz :-)