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Hunde mit HOT-SPOT haben SCHMERZEN!

TA SeBASTIAN GOSSMAN-JONIGKEIT

Hunde mit HOT-SPOT haben SCHMERZEN!

Neben den üblichen Überhitzungs- und Herzpatienten gibt es eine dritte Gruppe, die in den heißen Sommermonaten vermehrt in den Tierarztpraxen vorstellig wird: Der HOT-SPOT-Patient!

Dieser neudeutsche Begriff steht als Synonym für eine eitrige Hautentzündung (Pyodermie) – meist durch Bakterien hervorgerufen. Man unterscheidet dabei zwar zwei Formen, oberflächlich und tiefgreifend, die Therapie bleibt aber im Großen und Ganzen die Gleiche, wobei der Laie meist eher die oberflächliche  Form als solche erkennt und die tiefe Form als Insektenstich o.ä. fehlinterpretiert. Es kann zwar jede Körperstelle betroffen sein, vornehmlich sind die Hautveränderungen jedoch an Wange, Hals und Oberschenkeln zu finden. Sie können einzeln oder auch gleichzeitig an mehreren Stellen auftreten.

Symptome und Auslöser

Klassischerweise zeigen die Hunde als Haupt-SYMPTOME verklebte Fellbereiche, die eitrig riechen und eine deutlich gerötete Haut aufweisen. Diese Bezirke können auch gering- bis hochgradig geschwollen sein; müssen aber nicht. Die Tiere haben ein mitunter unstillbares Kratz- und/oder Benageverhalten und können im Extremfall extreme Schmerzen bis zur bis Angstaggression zeigen.

Der AUSLÖSER  eines Hot-Spots kann sehr variabel sein und ist manchmal auch nicht nachzuvollziehen – meist spielt aber eine stressbedingte Immunsuppression eine tragende Rolle, wodurch die Erreger die Lücke des Immunsystems nutzen um größtmöglichen Schaden in Haut und Unterhaut zu verursachen. Auch Ohrentzündungen und Kontaktallergien können eine solche Problematik verursachen.

HOTSPOT IM SOMMER

HOTSPOT IM SOMMER

Die aktuellen Hitzewellen sind alleine schon ausreichend um bei empfindlichen Patienten das Immunsystem durch Stress und Anstrengung entsprechend zu schwächen. Besonders betroffen sind meist mittel- bis langhaarige Hunde, die gerne schwimmen gehen. Dabei spielen Labrador und Golden Retriever, Deutsche Schäferhunde, Berner Sennenhunde, Neufundländer und  Rottweiler die Hauptrolle. Allerdings kann es auch bei sämtlichen anderen befellten Rassen, egal wie kurz oder lang, passieren.

Bei großer, gerade langanhaltender Hitze  verdunstet viel Wasser aus den Gewässern – sowohl aus fließenden als auch stehenden. Gerade stehende Gewässer in praller Sonne kippen dadurch schnell um und es bildet sich eine regelrechte Bakterien-Brühe, die dann durch Kontakt zum Hot-Spot führen kann. Auch die fließenden Gewässer wie Flüsse und Bäche führen ebenfalls deutlich weniger Wasser. Besonders in stehenden Seitenarmen oder durch Austrocknung entstandenen ‚Uferpfützen‘ kommt es zu einer explosionsartigen Vermehrung von Bakterien.

Aufpassen beim Schwimmen und Baden

Dass Hunde sich bei hohen Temperaturen im kühlen Nass abkühlen ist absolut zu empfehlen! Dabei sollte man jedoch tunlichst auf die ‚Wahl‘ des jeweiligen Gewässers achten: je besser der Durchfluss desto sicherer das Badevergnügen. Auch wenn es sich bei einem Hot-Spot anfangs um keinen lebensbedrohlichen Zustand handelt sollte er dennoch möglichst schnell behandelt werden. Der entstehende Juckreiz führt durch Kratzen und Benagen der Wunden zu einer schnellen Verschlimmerung des Zustandes, was im schlimmsten Fall mit einer Blutvergiftung (Spetikämie) enden kann.
 
Bis auf ganz wenige Ausnahmen geht eine solche Hautläsion nicht so einfach wie sie gekommen ist. Daher gehört sie in jedem Fall medizinisch versorgt. In der Regel schreiten diese Pyodermien stetig voran und können nach bereits nach einigen Tagen (manchmal sogar Stunden!) wirklich extreme Ausmaße annehmen. Viele vorgestellte Patienten zeigen neben den typischen Hautveränderungen auch bereits eine Störung des Allgemeinbefindens was sich in Form von Antriebsschwäche, Inappetenz, Fieber o.ä. äußern kann.

Therapie

Zur THERAPIE gilt neben dem Ausscheren der betroffenen Areale und einer lokalen Desinfektion auch eine antibiotische Abdeckung, gegebenenfalls unterstützt durch Entzündungshemmer und Schmerzmittel.

Liebe Grüße Sebastian Gossman-Jonigkeit
(TA aus Engelkirchen)