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Der Clicker und seine Anwendung

Sven Dressler

Der Clicker und seine Anwendung

Möchtest du deinem Hund gerne verschiedene Tricks beibringen? Dann ist die Clickermethode wahrscheinlich das Richtige für dich. In meinem heutigen Artikel möchte ich dir erklären, wie der Clicker funktioniert und wie du ihn richtig anwendest.

Was ist ein Clicker und wie benutze ich ihn?

Der Clicker ist ein Gegenstand, der ein knackendes Geräusch von sich gibt, ähnlich wie ein Knackfrosch. Dabei wird beim Betätigen eine Feder gespannt, die man schnell wieder loslässt, dabei entsteht ein akustisches Signal – Der Click. Das Training mit dem Clicker wird nicht nur bei Hunden angewandt, sondern auch bei Pferden, Delfinen, Katzen, usw. Es beruht auf dem Prinzip der klassischen Konditionierung, die durch Iwan Pawlow bekannt wurde. Dieser hatte bei einem Versuch jedes Mal bei der Futtergabe einen Glockenton erzeugt. Schon bald reagierte der Hund beim Hören des Glockentons mit Speichelfluss, obwohl noch kein Futter im Raum war. Genau nach diesem Prinzip erfolgt auch das Clickertraining.

So kannst du deinem Hund das „Clickern“ beibringen:

Zunächst wird dein Hund auf das Geräusch konditioniert, konkret heißt das: dein Hund ist bei dir und aufmerksam, dann löst du den Clicker aus und direkt darauf folgt ein Leckerli. Während du deinen Hund noch auf das Geräusch konditionierst, muss direkt nach dem Click auch das Leckerli gegeben werden, so kann er dann auch die Verbindung zum Clickton herstellen. Wenn zu viel Zeit zwischen Ton und Futter vergeht, würde dein Hund es nicht mehr mit dem Clickton verbinden. Erst, wenn der Hund das Prinzip wirklich verstanden hat, hat man ein kleines Zeitfenster zwischen dem Auslösen des Clickers und der Futtergabe. Bei der Konditionierung muss dein Hund auch noch nichts für den Click tun, du möchtest ihn ja auf das Geräusch konditionieren.

Den Clicker richtig einsetzen:

Den Clicker richtig einsetzen:

Sobald du das Gefühl hast, dein Hund hat das Prinzip verstanden, kannst du mit den ersten Übungen beginnen. Das bedeutet, sobald dein Hund ein von dir erwünschtes Verhalten zeigt, clickst du und er bekommt natürlich ein Leckerli. Nimm z.B. die Übung „Schau“, warte darauf, dass dein Hund Blickkontakt zu dir aufnimmt, sobald er das tut, kommt dein Click und das Leckerli.

Die richtige Reihenfolge wäre also:

1. erwünschtes Verhalten
2. Click
3. Leckerli

Wichtig ist das jedes Mal, wenn das Geräusch ertönt, dein Hund auch eine Belohnung bekommt, auch wenn du falsch geclickert hast. Würde dein Hund nicht jedes Mal ein Leckerli bekommen, würde der Effekt mit der Zeit nachlassen. Außerdem musst du auf dein Timing achten, häufig wird zu spät geclickert und es wird ein  ganz anderes Verhalten bestätigt, welches man vielleicht gar nicht fördern möchte!

Was darf ich nicht tun?

Einige Hundehalter nutzen den Clicker auch als eine Art Hundepfeife. Sie clickern dann, wenn der Hund sich gerade nicht abrufen lässt. Scheinbar haben sie Erfolg: Der Hund kommt angelaufen. Natürlich, denn er will sich seine Belohnung abholen! Aber wenn du so handelst, bestätigst du deinen Hund nicht fürs Kommen. Im Gegenteil: Du bestätigst und belohnst ihn dafür, dass er sich nicht hat rufen lassen. Ebenfalls vermeiden solltest du achtloses Herumspielen mit dem Clicker, wenn dein Hund dabei ist. Dein Hund unterscheidet nicht zwischen diesem Spielen und der gezielten Anwendung. Konzentriere dich mit dem Clicker und führe dir immer vor Augen, welches Verhalten du fördern willst!

Es gibt verschiedene Clicker:

Für ängstliche Hunde: der Soft-Clicker
Gehört auch dein Vierbeiner zur ängstlichen Sorte? Erschrickt er vor dem Clicker-Geräusch? Natürlich kannst du ihn langsam an das Klicken gewöhnen. Aber zunächst eignet sich auch der „Soft-Clicker“. Diese „sanften“ Clicker sind deutlich leiser als das durchschnittliche Modell. Fürs menschliche Gehör sind sie kaum mehr wahrnehmbar.

Für mehrere Hunde: der Multi-Clicker
Hast du vielleicht mehrere Hunde? Ist einer von ihnen schreckhaft, der andere hingegen selbstbewusst? Dann eignet sich der „Multi-Clicker“. Bei dieser Variante kannst du die Lautstärke in verschiedenen Stufen einstellen. Von leise bis laut ist alles möglich.

Für das Training auf Distanz: die Boxen-Clicker
Der Boxen-Clicker verfügt vorrangig über Lautstärke. Er soll Krach machen, damit dein Hund dich auch auf Distanz hört. Ein Nachteil der Boxen-Clicker ist, dass sie ziemlich unhandlich sind. Sie sind nicht nur groß, sondern auch eckig. Viele Hundehalter berichten von schmerzenden Daumen nach intensivem Training.

Zwei Hunde gleichzeitig trainieren: Clicker mit Signalvarianten
Wenn du zwei Hunde hast, möchtest du sie eventuell gleichzeitig trainieren. Auch dafür gibt es Modelle. Meist sind es Pfeifen oder digitale Clicker, die zwei verschiedene Geräusche erzeugen (z. B. „klick“ und „pling“). Das Problem dieser Geräte ist, dass du zwischen den Signalen umschalten musst. Das kostet wertvolle Sekunden. Eventuell ist es daher besser, wenn du zwei unterschiedliche Einzelgeräte anschaffst und deine Hunde mit jeweils einem Gerät trainierst.

Armverlängerung: Target-Stick
Eigentlich kein Clicker, sondern „Zubehör“: Manche Clicker gibt es mit sogenanntem Target-Stick. Das ist ein ausfahrbarer Metallstab, der als Armverlängerung dient. Bei verschiedenen Modellen wird das Klicken ausgelöst, wenn dein Hund diesen Stab mit der Schnauze einschiebt. Du kannst einen Target-Stick jedoch auch als Zeigestab verwenden.

Nun wünsche ich dir viel Spaß beim Clickern!
Euer Sven