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Mein Hund jagt: »Ich bin dann mal weg«

Jagdverhalten

Mein Hund jagt: »Ich bin dann mal weg«

»Das Geheimnis des Vorwärtskommens besteht darin, den ersten Schritt zu tun.« (Mark Twain)

Warum unsere Hunde jagen ist natürlich kein Geheimnis. Es liegt viele tausend Jahre zurück als der jagende Hund uns Menschen noch eine hilfreiche Unterstützung war. In mühevoller Selektionsarbeit und über tausende von Jahren wurden verschiedenste Jagdtechniken unserer Hunde perfektioniert, um sie im Überleben zu unersetzbaren Helfern für uns zu machen. In der heutigen Zeit stellt das den einen oder anderen Hundebesitzer jedoch vor ein größeres oder kleineres Problem im Zusammenleben mit seinem Hund. Um vorwärts zu kommen, hilft es das »Geheimnis« des Jagens näher zu beleuchten. Beim genaueren Hinsehen lässt sich das Jagdverhalten unserer Hunde in eine Abfolge von Einzelsequenzen unterteilen.

Angefangen beim Orientierungsverhalten, über das Fixieren, Anpirschen, Hetzen, Packen, Töten und schlussendlich Zerreißen und Fressen.

Wie hilft uns das weiter? Um ein unerwünschtes Jagdverhalten besser unter Kontrolle zu bringen, ist es in erster Linie sehr hilfreich heraus zu finden wo bei Ihrem eigenen Hund das Jagdverhalten beginnt oder in den Worten von Mark Twain »wann tut Ihr Hund den ersten Schritt«.

Nur hier haben wir die Möglichkeit eine Anleitung für ein Alternativverhalten anzubieten. Je nach Ambition des einzelnen Hundes ergeben sich in den ersten Sequenzen noch eine Vielzahl an Alternativmöglichkeiten das unerwünschte in ein erwünschtes Verhalten umzulenken. Verpassen wir den ersten Schritt durch falsche Interpretation von Verhalten oder durch zu spätes Eingreifen in die verschiedenen Jagdsequenzen kann ein Hund sein Jagdverhalten ausbauen und in der Konsequenz verstärken und auf Objekte aller Art übertragen. Ein verzweifeltes Rufen oder Schreien nach dem Hund ist hier zwecklos.

Erste Signale & Auslöser

Je nach Veranlagung/Gelerntem kann der eine Hund als erste Jagdsequenz im Orientierungsverhalten ein Aufrichten des Körpers, mit hochgestellten Ohren und einer aufgerichteten Rute zeigen, um sich im zweiten Schritt durch Fixieren und Anpirschen ein Jagdobjekt aus zu suchen, ein anderer Hund hetzt vielleicht, nachdem er den Karabinerhaken am Halsband gehört hat, als erste Sequenz sofort auf ein (un)bestimmtes Ziel los um es im Anschluss zu packen und der dritte könnte über große Distanzen etwas am Horizont fixieren um in der zweiten Handlung dann gezielt darauf los zu hetzen.

Ein Faktor auf den wir Menschen großen Einfluss nehmen können ist das Spielverhalten unserer Hunde. In Begegnungen mit Artgenossen wird Jagdverhalten gerne geübt und verfeinert. Sehen Sie genau hin ob sich einzelne Jagdsequenzen erkennen lassen, die unter Umständen zum Problem werden können, wenn der geliebte Vierbeiner sie auf Objekte wie kleine Kinder, Radler oder Jogger im Park überträgt.

Jagen und Spielen

Jagen und Spielen

Ein entspanntes Spiel lässt sich unter anderem durch Rollenwechsel im Verfolgen und hinterherrennen erkennen, hetzen die Hunde einseitig oder gar  in der Gruppe immer den gleichen Hund bekommt der Satz »Eben haben sie noch so nett gespielt… und auf einmal…« eine ganz neue Bedeutung.

Auch das Spiel mit dem Menschen kann ungewollt Jagdverhalten fördern, hierbei finden wir in der Regel fast alle Einzelsequenzen vor. Nehmen wir ein Spiel mit dem Stock oder Ball. Hier wird die Beute, im Bestfall, in der Hand des Menschen fixiert, durch den Wurf, hetzen die Hunde hinterher packen ihn und schlussendlich je nach Lernerfahrung wird der Ball „getötet, zerrissen, Apportiert oder gefressen“. Ich möchte Ihnen nicht den Besuch auf der Hundewiese oder ein Spiel mit dem Ball und Ihrem Hund absprechen. Mein Anliegen ist es hierbei, Ihren Blick auf die Situation, in der Sie sich gerade mit Ihrem Hund befinden zu schulen. Da Spielverhalten einer der Faktoren ist, in den wir bewusst eingreifen können und das Verhalten steuern und lenken lernen können um ungewolltes Jagdverhalten erst gar nicht aufkommen zu lassen. Selbstverständlich stellt das Spielverhalten unserer Hunde neben der Veranlagung, den Haltungsbedingungen, dem Gelernten oder den Umwelteinflüssen nur einen Risikofaktor in der Ausprägung von Jagdverhalten dar.

Wir dürfen nie vergessen, dass Hunde unter anderem als wichtige Jagdhelfer gezüchtet wurden und es meiner Meinung nach nicht das Ziel sein kann, ihm diese in ihm verankerte Eigenschaft zu nehmen.

ABER das schöne beim Jagdverhalten ist, dass es in der Vergangenheit stets in Kooperation mit dem Menschen stattgefunden hat. Der Hund zeigt in diesem heutigen (»Fehl«)-Verhalten eine große Bereitschaft mit dem Menschen zusammen zu arbeiten. Wir sind nur dazu aufgerufen ihm die richtige Anleitung mit auf den Weg zu geben um GEMEINSAM mit ihnen an gewünschten Alternativen zu arbeiten. 
Ihre Julia Höhn von Hundetraining Leinenlos!