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Was uns der Hundehaufen sagen möchte…

Ernährung des Hundes

Was uns der Hundehaufen sagen möchte…

Hundekot stinkt, gehört nicht auf die Strasse und ist irgendwie eklig. Aber er ist auch einer der direktesten Indikatoren für die Gesundheit des Hundes und die beste Möglichkeit die Qualität des Futters kritisch zu hinterfragen.

Immer wieder wird unter Hundebesitzern hitzig diskutiert, ob er weggemacht werden muss oder nicht. Ob es einen DNA-Test zur Ermittlung der Halter geben soll oder nicht. Ungern wird dagegen über die viel wichtigere Komponente, die Gesundheit des Vierbeiners und den direkten Zusammenhang mit dem Kot gesprochen.

Ihr habt richtig gehört: Hundekot sollte regelmäßig auf Menge, Konsistenz, Farbe und auch (!) Geruch überprüft werden. Schon allein deshalb, weil eure Fellnase weder sagen kann, dass ihr das Hundefutter nicht bekommt. Und nicht nur wässriger Durchfall zeigt euch, dass es eurem Vierbeiner hundeelend geht. Aber der Reihe nach, denn zunächst ist es wichtig zu verstehen, woraus sich Hundekot überhaupt zusammensetzt.

Woraus besteht der Kot?

Grundlegend besteht der Kot eures Hundes aus allen Futterbestandteilen, die der Körper des Hundes nicht verdauen kann. Darüber hinaus befinden sich darin Bakterien und körpereigene Substanzen wie Schleim, Epithelzellen und Verdauungssekrete. Die Menge des Haufens ergibt sich immer durch den Anteil an Kohlenhydraten (z.B. Getreide) und anderer schwer verdaulicher Bestandteile im Hundefutter. Denn der Körper und der Verdauungstrakt des Hundes sind von Natur aus nicht darauf ausgelegt, Kohlenhydrate in Form von Getreide zu verdauen. Der Hund braucht die darin enthaltenen Nährstoffe nicht und scheidet diese zum größten Teil über den Kot direkt wieder aus. Als Faustregel gilt, je mehr Getreide im Futter ist, desto mehr Kot scheidet der Hund aus.

Kohlenhydrate und Faserstoffe in Form von Obst und Gemüse sind dagegen für den Hund zwar auch schwerer verdaulich, aber dabei für die Gesundheit unverzichtbar. Sie halten die Darmflora gesund, steigern die Aktivität der Darmmuskulatur und fördern eine gesunde Verdauung. Besonders Stoffe wie Pektin und Inulin, die in Äpfeln und Möhren enthalten sind, dienen den wertvollen Darmbakterien als Nahrung.

Unverdauliches Getreide im Experiment

Wenngleich Hunde kein Getreide verdauen können, ist das gewöhnliche Futter im Handel voller Getreide, dies dient einerseits als billiges Füllmittel und andererseits um den armen Hunden vordergründig den Bauch zu füllen. Nicht aber um sie mit verwertbaren Nährstoffen ausreichend zu versorgen. Zu diesem Zweck stellte der Hundeernährungsberater David Brock vom Dogs Naturally Magazine ein interessantes Experiment vor. Das Gewicht von herkömmlichem Hundefutter mit einem hohen Getreideanteil wurde vor der Fütterung genau abgewogen und die daraus resultierende Kotmenge ebenfalls. Dies wurde über den Zeitraum von einer Woche wiederholt. Anschließend wurde zu einer Rohfleischfütterung ohne Getreide gewechselt. Das Ergebnis war, dass 70% des getreidehaltigen Futters wieder ausgeschieden wurden und der Hund deutlich größere Haufen machte, als bei einer getreidefreien Ernährung. Bei der getreidefreien Rohfleischernährung wurden nur 30% wieder ausgeschieden. Unglaublich ist diese Schlussfolgerung, denn fast 70% des mitunter teuer bezahlten Industriefutters werden zwar bezahlt, aber vom Hund nicht verwertet und damit ausgeschieden. Während es für den Halter verschwendetes Geld ist, stellt die Ausscheidung des unverdaulichen Getreides darüber hinaus für den Hund eine körperliche Belastung da und der Körper benötigt viel zu viel Energie für die Verdauungsprozesse. 

Welche Rolle spielt der Darm für die Hundegesundheit?

Der Darm und die Darmflora stellen das größte Immunsystem des Körpers dar. Neben der Haut ist der Darm fortlaufend unzähligen Fremdstoffen und Bakterien ausgesetzt, welche er dem »Immunsystem meldet«, damit es sich auf die Bekämpfung dieser Fremdstoffe einstellen kann. Darüber hinaus ist es Aufgabe des Darms, das aufgenommene Futter zu zerlegen und verwertbare Nährstoffe über das Blut in die entsprechenden Organe zu transportieren und dabei die Versorgung des Körpers sicherzustellen. Je weniger verwertbare Stoffe der Hunde-Darm folglich in der Nahrung findet, desto mehr wird schlussendlich wieder ausgeschieden. Der Hundekot gibt dabei anhand der Faktoren Menge, Konsistenz, Farbe und Geruch unmittelbar Aufschluss über die Gesundheit des Hundes. Im Folgenden werden diese Faktoren etwas eingehender erläutert.

Konsistenz

Konsistenz

Die optimale Konsistenz des Hundekots sollte nicht zu hart und nicht zu weich sein, damit der Hund keine Schmerzen beim Absatz hat. Zu weicher Kot ist ein Zeichen von zu viel unverdaulichem Eiweiß, welches in Schlachtabfällen mit zu viel Bindegewebe zu finden ist oder von zu wenig pflanzlichen Faserstoffen in der Nahrung. Auch das Geliermittel, welches häufig in Dosenfutter verwendet wird, begünstigt dünnen Kot. Wässriger Kot und Durchfall ist ein Anzeichen von einer Darmreizung oder -Entzündung, in Folge von Bakterien und Viren, Futterunverträglichkeiten oder Parasiten. Hat der Hund sehr harten Kot oder sogar Verstopfung ist dies meistens ernährungsbedingt und er hat zu viele Knochen oder Kauknochen, die mit Chemikalien belastet sind, gefressen. Auch Wassermangel und Bewegungsmangel begünstigen schnell eine Verstopfung. Ein gesunder Hund mit einem guten Maß an Bewegung und gutem, getreidefreiem Futter sollte eine normale Kotkonsistenz vorweisen.

Farbe

Die Farbe des Kots richtet sich immer nach der Futterzusammenstellung. Frisst der Hund z.B. ausschließlich helle Fleischsorten, wie z.B. Huhn ist der Kot deutlich heller als wenn er Wildsorten und grünes Blattgemüse zu sich nimmt. Als optimal lässt sich in der Regel eine dunkelbraune Farbe angeben. Dagegen deutet ein dunkler, beinahe schwarzer Kot auf Blutungen im oberen Verdauungstrakt hin. Ist der Kot sehr hell, bedeutet dies, dass die Fettverdauung gestört ist. Leicht rötlicher oder gelbgrüner Kot ist entweder die Folge von Futter, das einen roten Farbstoff in Form von Karotten oder grünem Gemüse enthält oder aber ein Anzeichen für ernste Probleme mit der Gallenblase. Darüber hinaus ist grau-grünlicher Kot meistens das Anzeichen von einer bakteriellen Besiedlung oder einer schwerwiegenden Infektion.

Geruch

Der absolut unangenehmste Faktor ist der Geruch des Kots, welcher immer durch die Art des Futters, die Verdauungszeit und den Wassergehalt beeinflusst wird. Je weniger Wasser im Kot ist, desto geringer ist der Geruch. Ein fauliger Geruch entsteht durch flüchtige Fettsäuren, die durch ein zu schnelles Passieren im Dickdarm im Kot enthalten sind. 

Wie ihr seht, gibt der Kot großen Aufschluss über die Gesundheit eurer liebsten Fellnase und die Verwertung des Futters. Es ist sinnvoll den Kot allgemein im Auge zu behalten und bei plötzlichen Veränderungen zu prüfen, ob gerade die Futtersorte gewechselt wurde, der Hund etwas falsches gegessen hat oder sonstige Anzeichen von Krankheit zeigt. Eine artgerechte Ernährung des Hundes zeigt sich in langfristiger Gesundheit und kurzfristig in einer deutlich kleineren Kotmenge.