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Abenteuer Hundewiese

Julia Höhn

Abenteuer Hundewiese

Die einen unter uns mögen stets Gesellschaft um sich. Andere genießen lieber Ruhe und Stille. Es ist individuell unterschiedlich, was bevorzugt wird. Gesellschaft nur von Freunden oder einfach keine Gesellschaft.

Um unseren Hunden Kontakt zu ihresgleichen zu bieten, haben wir Menschen unsere Parkanlagen zum Spazieren gehen und die oft und gerne besuchten Hundespielwiesen. Man trifft sich mit den Leuten, die man mag und die Hunde werden dort in der Regel sich selbst überlassen, während sich ihre Halter fröhlich über das Tagesgeschehen unterhalten.

Die Frage, warum ein Hund auf einer Hundewiese nicht spielt oder ständig um seine Artgenossen hüpft oder nicht mit fünf anderen einem Ball hinterherjagt, ist einfach zu beantworten. Nur aus einem Grund: Er hat keine Lust dazu. Nur weil ein Hund auf einen anderen Hund trifft, heißt das nicht immer Sympathie, Freude und vor allem nicht immer Spielen. Wir Menschen treffen täglich so viele Menschen und Hand aufs Herz von 10 ist maximal einer auf Anhieb sympathisch. Die restlichen 9 wollen wir in der Regel möglichst schnell wieder loswerden. Spazieren wir nun auf eine Hundewiese mit vielen Hunden und deren verschiedensten Themen und Intentionen im Rucksack, geht es unseren Vierbeinern nicht anders als uns, bei einem Besuch in der Innenstadt. 

Gehen wir gemeinsam los!

Stellen Sie sich vor, wie sie durch die Straßen laufen, viele Menschen mit ihren Plänen laufen Ihnen entgegen. Der eine ist hektisch und rempelt durchs Geschehen, ein anderer streift im Ausweichmodus durch die Menge und ein dritter ist so langsam unterwegs, dass er alles blockiert. Der erste Kontakt fragt Sie nach dem Weg und hält Sie in Ihrem Fluss auf, freundlich wie Sie sind, suchen Sie auf dem Stadtplan und weil Sie kein Türkisch sprechen, holen Sie den gerade vorbeischlendernden Franzosen ins Gespräch dazu. Dreisprachig versuchen Sie das Ziel zu ermitteln. Hier könnte man sich gerne ein Bild auf der Hundewiese dazu malen. Der Chihuahua versucht dem 5 Monate alten Kangal gerade noch zu erklären, dass ihm seine Spielaufforderung zu wild ist, während die Französische Bulldogge auf »bulldoggisch« mit einem lieb gemeinten Rempelversuch zu erklären meint »Spielen ist super, egal mit wem«.

Nebenan wird gerade das Glockenspiel eröffnet als Münchner Tradition, viele Japaner sammeln sich und bilden Menschentrauben, um fröhlich das Schauspiel zu knipsen, es wird eng und ein Durchkommen ist unmöglich. Eine Demo zu Pegida wird parallel im Hintergrund eröffnet. Rechte Linke und die Grauzone möchte Ihre Meinung lauthals kundtun.

Zurück auf unserer Hundewiese gesellt sich dies und das unterschiedlichster Rasse und Herkunft unters Hundevolk. Der Eine möchte sich zeigen, ein Anderer lieber Abstand halten und ein Dritter ist gerade auf Krawall gebürstet. Die Hundeschule für japanische Shiba Inus hat heute auf dem Lehrplan „Wir besuchen eine Hundewiese“ und es wird langsam voll und unübersichtlich.

Nachdem der Weg geschildert ist und Sie sich weiter durch die Stadt machen wollen, hält Sie ein Engländer auf, freundlich lästig und mit einem schrillen »Hey« in Ihrem Ohr.

Can you take a picture of me and my family please?

Während Sie noch einem Promoter mitteilen nicht an seinen Flyern interessiert zu sein, versuchen Sie die Familie auf einem Bild unterzubringen. Ein großer breitschultriger Mann rempelt Sie zur Seite, weil er durch die Menge muss und wirft die Münzen eines Obdachlosen über den Boden. Sie sind beschäftigt die Münzen aufsammeln zu helfen, während Sie der fröhlich plaudernde BISS Verkäufer über neue Projekte der Obdachlosenbewegung informiert.  

Ich könnte unseren Ausflug endlos weiter ausdehnen, so lange bis Sie schon vom Lesen platt sind. Aber ich möchte nur einen Gedankenanstoß liefern. Zum Thema, dass jedes Individuum einen Aufenthalt im Getümmel auf seine Weise genießt und diese sollten wir respektieren wenn wir unsere Hunde mit auf einen Spaziergang nach draußen nehmen.

Mit Sicherheit gibt es auch die unter Ihnen die sagen: Ich laufe immer mit einem Plan in die Stadt sonst begebe ich mich nicht in dieses Getümmel, frei nach dem Motto „Augen zu und durch“, während der Andere unter Ihnen nur noch im Internet bestellt. Eine ganz andere Volksgruppe kann sich nichts Schöneres vorstellen als in der Stadt unter tausend anderen, fremden Menschen zu sein. Meist sind das die Kinder und die Jugendlichen, die neugierig auf die neusten Klamotten sind oder sich coole Jungs im H&M anschauen wollen. Mitmachen und die spannende bunte Welt entdecken, mit ihren vielen verlockenden Möglichkeiten die in ihr schillern.

Hier finden wir die jungen und kleinen unter den Hunden wieder. Für sie muss eine Hundewiese entdeckt und erobert werden! Während ein Welpe alles mit großen Augen beäugt, stürmt der Junghund begeistert in die Menge. Hier werden die Halter gerne stehen gelassen, wie ein Teenager seine Eltern loswerden will, um auf Abenteuerreise zu gehen.

In einem Punkt sind wir uns mit Sicherheit einig. Die Innenstadt ist anstrengend und nach einem Besuch in der Stadt sind wir platt. Platt vom Laufen, Smalltalk, Shoppen, und von den vielen anderen Menschen mit denen wir uns unweigerlich, bei einem Stadtbesuch, auseinandersetzen müssen. Von daher empfiehlt es sich ausgeglichen und entspannt die Stadt zu besuchen. Einfach nur aus einem Grund, weil wir uns dann um einiges BESSER mit unseren Mitmenschen, aller Art und Herkunft auseinandersetzen können.

Haben wir unseren Hunden vor dem Besuch einer Hundewiese die Möglichkeit geboten, ihre Energie auf ihre ganz persönliche und individuelle Vorliebe und Art loszuwerden, wird das Ergebnis nicht anders ausfallen. Ein ausgeglichener Hund ist eine Bereicherung in einer Begegnung mit Artgenossen. Er hat die gleiche Außenwirkung wie ein ausgeglichener Mensch unter seinesgleichen. Ihre Julia Höhn

Haben wir unseren Hunden vor dem Besuch einer Hundewiese die Möglichkeit geboten, ihre Energie auf ihre ganz persönliche und individuelle Vorliebe und Art loszuwerden, wird das Ergebnis nicht anders ausfallen. Ein ausgeglichener Hund ist eine Bereicherung in einer Begegnung mit Artgenossen. Er hat die gleiche Außenwirkung wie ein ausgeglichener Mensch unter seinesgleichen. Ihre Julia Höhn