Sie verwenden einen nicht unterstützten oder veralteten Browser!
Bitte aktualisieren Sie oder verwenden Sie einen anderen.
Andernfalls wird diese Seite nicht korrekt dargestellt und ist in ihren Funktionen eingeschränkt.
Hund frisst kot

schnuppern, wälzen, fressen

Hund frisst kot

Hunde fressen manchmal Kot. Zum Leitwesen ihrer Besitzer können sich Hunde unter Umständen sehr für eigenen, aber auch fremden Kot begeistern. Die Liebe dazu kann soweit gehen, dass eine Fellnase gelegentlich oder auch regelmäßig eigenen oder fremden Kot frisst. Was genau bei einem Hund hinter dem besonderen Interesse für Kot steckt, welche (gesundheitlichen) Folgen ggf. zu erwarten sind und was getan werden kann, wenn eine Erkrankung als Ursache dahinter steht, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Einem Hund stehen zur Kommunikation verschiedene Wege zur Verfügung: Gestik, Mimik, Stimme, aber auch der eigene oder fremde Geruch. Geruchsstoffe spielen für einen Hund im sozialen Miteinander eine besondere Rolle – ihnen wird von Seiten der Fellnase größte Aufmerksamkeit geschenkt. So kann ein Hund beispielsweise das Geschlecht, den hormonellen Status, aber auch den gesundheitlichen Zustand und sogar die Stimmung am Geruch erkennen. Neben dem intensiven gegenseitigen Beschnuppern an Geschlechtsteil bzw. Anus, können auch Urinduftmarken und Kot als Lieferanten für diese wichtigen Informationen dienen.

Parfümieren mit Kot

Neben dem Beschnuppern von Kot, ist bei einem Hund immer wieder das Wälzen z. B. in Exkrementen zu beobachten. Grundsätzlich wälzen sich Hunde aus unterschiedlichen Gründen: z. B. zum Markieren von Bereichen mithilfe des eigenen Geruchs, zum „Kratzen“ von schwer – durch Maul oder Pfote – zugänglichen Körperregionen oder auch einfach nur zum Spaß. Ein weiterer Grund kann das Aufnehmen und Verteilen von fremden Gerüchen sein. Auch dies ist eine Facette der geruchlichen Kommunikation. Dieses hier beschriebene Verhalten, ist schon bei Wölfen zu beobachten. Hierdurch kann beispielsweise, die Lokalisation und der Zustand von Beute an Rudelmitglieder weitergegeben werden. Für unseren modernen Hund stellt dieses Verhalten aber eher ein heute nicht mehr lebenswichtiges Überbleibsel seiner Vorfahren dar.

Achtung Gesundheitsgefahr!

Hat sich ein Hund mit Kot »parfümiert« dann sollte ein Hundehalter Folgendes bedenken und beachten: Der vom Hund für das Wälzen präferierte Kothaufen enthält unter Umständen chemische Rückstände (z. B. von Medikamenten) und/oder Darmparasiten. Ein Kontakt damit kann einerseits die Fellnase, andererseits aber auch den Menschen belasten und eine Erkrankung begünstigen.

Für den Menschen sind u. a. Toxoplasmen (es handelt sich hierbei um parasitäre Einzeller; lesen Sie hierzu bitte auch den Beitrag „Giardien – hartnäckige Unruhestifter im Darm“) gefährlich. Aus diesem Grund sollte der Kot auf dem Fell eines Hundes keinesfalls mit bloßen Händen entfernt werden. Empfehlenswert ist dazu das Tragen von Einweg-Handschuhen. Dies gilt auch, wenn der vierbeinige „Stinker“ mit einem milden Hundeshampoo gewaschen werden muss, um den Geruch dauerhaft zu vertreiben. Bitte wählen Sie immer ein Shampoo für Hunde und nicht für Menschen, da ein solches speziell auf den pH-Wert der Hundehaut abgestimmt ist. Auch sollten Handtücher, die dem „Trockenrubbeln“ des Tieres dienen, nicht weiterverwendet, sondern direkt bei mindestens 60o C gründlich in der Waschmaschine gereinigt werden.

Fand trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein Kontakt mit Kot auf dem Hundefell statt, oder haben sich Kotreste in ihrem Zuhause verteilt, dann ist eine gründliche Reinigung und Desinfektion unabdingbar. Wählen Sie hierzu bitte ein Desinfektionsmittel, das auch gegen parasitäre Einzeller wirkt (Hinweise dazu finden Sie im Beitrag »Giardien – hartnäckige Unruhestifter im Darm«).

Schmackhafte Hinterlassenschaften

Darüber hinaus, ist das Fressen von eigenem oder fremdem Kot bei einem Hund keine Seltenheit. Dabei kann es sich entweder um ein natürliches Verhalten oder unerwünschtes Problemverhalten handeln.

Schon der Urahn des Hundes – der Wolf – hatte Kot zum Fressen gern. Denn es wurde von ihm überwiegend das gesamte Beutetier vertilgt, d. h. auch Teile des Magen- und Darminhalts, vor allem dann, wenn Letzterer von Pflanzenfressern stammte. Der Vorteil dabei: Pflanzliche Bestandteile wurden bereits vom Beutetier durch Verdauungssäfte und bakterielle Aktivitäten aufgeschlossen. Hierdurch stehen dem Jäger unterschiedliche Nähr- und Vitalstoffe zur Verfügung.

Aber auch bei Hündinnen, die geworfen haben, ist Kotfressen zu beobachten. Denn sie reinigen in den ersten Lebenswochen ihre Welpen bzw. das Nest dadurch, dass sie Kot und Urin des Nachwuchses auflecken. Die Aufnahme von Kot wird übrigens auch beim Welpen selbst beobachtet. Hier liegt die Vermutung nahe, dass dies den Aufbau der Darmflora unterstützt.

Auch schlechte hygienische Verhältnisse in Kombination mit eingeschränktem Raum (Zwinger), können neben einem Befall mit Darmparasiten das Kotfressen bei einem Hund begünstigen. Bekommt ein Hund außerdem nicht die Aufmerksamkeit, die er sich wünscht, dann lernt die Fellnase unter Umständen schnell, dass auch Kotfressen dazu führt, dass sich sein Besitzer mit ihm beschäftigt – wenn auch im negativen Sinne.

Mitunter kann auch eine gestörte Darmflora etwa aufgrund einer Therapie mit Antibiotika Ursache für Kotfressen sein. Nämlich dann, wenn sie geschädigt ist und der Darm des Hundes bestimmte Vitamine nicht mehr in ausreichender Menge aufnehmen bzw. selbst herstellen kann (z. B. die Vitamine B1, B2 und K). Bei den Mineralstoffen – diese muss der Hund in jedem Fall über die Nahrung aufnehmen – kann ein Kupfer-, aber auch ein Phosphormangel mit Kotfressen in Zusammenhang stehen.

Schlappe Bauchspeicheldrüse

Und wo wir gerade beim Verdauungssystem sind: Kotfressen ist auch eines der Symptome, das auf eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) hindeuten kann. In diesem Fall werden von ihr u. a. nicht in ausreichender Menge Enzyme für die Verdauung von Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten zur Verfügung gestellt. Neben dem Fressen von Kot sollten auch Symptome wie z. B. Erbrechen, überdimensionale, grau-gelbe Kothaufen, breiiger Kot bzw. Durchfall, übelriechende Blähungen, stumpfes Fell, aber auch Abmagerung trotz guter Futteraufnahme einen Hundehalter aufhorchen lassen.

Wälzt oder frisst ein Hund gelegentlich bzw. fortwährend eigenen oder fremden Kot oder zeigt er eines oder mehrere der geschilderten Symptome, dann sollte bei der jeweiligen Fellnase beispielsweise eine Kotuntersuchung gemacht werden. Sinnvoll wäre etwa ein Parasiten-Check, die Bestimmung der caninen fäkalen pankreatischen Elastase (ein Wert, der Aufschluss über die Funktionsfähigkeit der Bauchspeicheldrüse gibt) und ggf. auch eine Untersuchung der Darmflora. Je nach dem, wie das Ergebnis des Checks ausfällt, wird zielgerichtet naturheilkundlich und/oder schulmedizinisch behandelt. Dazu gehört unter Umständen auch eine Umstellung der Fütterung auf eine kohlenhydratreduzierte Rohfutter-Ration (lesen Sie hierzu auch die Beiträge der easy-BARF-Serie), aber möglicherweise auch die Gabe von Verdauungsenzymen, wenn das Pankreas nicht die volle Leistung bringen kann.

Doch auch im Vorfeld können Sie einiges für die Gesundheit Ihrer Fellnase tun. Hierzu gehören ausreichend Aufmerksamkeit, Raum für Bewegung, eine artgerechte, natürliche Fütterung, Unterbinden des Wälzens in Kot bzw. die Aufnahme von Exkrementen während des Spaziergangs, aber auch das konsequente Aufsammeln der streng riechenden Hinterlassenschaften Ihrer Fellnase.
Herzliche Grüße Sabine Nawotka

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen. OK