Sie verwenden einen nicht unterstützten oder veralteten Browser!
Bitte aktualisieren Sie oder verwenden Sie einen anderen.
Andernfalls wird diese Seite nicht korrekt dargestellt und ist in ihren Funktionen eingeschränkt.
Krallen kürzen - aber richtig!

Hanna Stephan, TÄ bei Terra Canis

Krallen kürzen - aber richtig!

(Werbung) Sie klacken bei jedem Schritt, stören beim Schmusen mit ihren scharfe Kanten und können zu Schmerzen und Einschränkungen des Hundes führen: lange Krallen sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern schränken Hundekomfort ganz gehörig ein. Sie drücken bei jedem Schritt ins Krallenbett und veranlassen den Hund dadurch zu einer Schonhaltung beim Laufen.

Das zieht selbstverständlich weitere Probleme wie Verspannungen, Fehlstellungen und Überbelastungen bis hin zu Arthrosen nach sich. Routinestrecken und Abläufe wie Treppenlaufen, Toben oder Sprünge ins Auto werden scheinbar plötzlich verweigert- denn welcher Hund möchte sich schon freiwillig Schmerzen zufügen? Besonders fatal wird es, wenn die langen Krallen an einem Hindernis hängen bleiben und abreißen. Spätestens dann sollte jeder Hundebesitzer anfangen seinem Liebling regelmäßig  eine Pediküre zu gönnen.

Die richtige Krallenlänge ist dann gegeben, wenn die Krallen im Stand nicht den Boden berühren. Beim Laufen darf kein Klacken zu hören sein und beim Abtasten dürfen keine Haken oder Spitzen im Wege sein. Wenn am Ende ein deutlicher Widerstand zu spüren ist, dann sollte dieser soweit gekürzt werden, dass der Hund damit nirgendwo hängenbleiben und sich verletzen kann.

Lang, länger, zu lang

Neben einem deutlich hörbarem Klacken beim Aufsetzen der Pfoten, ist auch ein seitliches Wegrutschen oder ein ungleichmäßiges Aufsetzen der Pfoten ein deutliches Anzeichen für zu lange »Fingernägel«. Im Normalfall ist eine Hundekralle annähernd dreieckig aufgebaut und frei von Haken oder störenden Spitzen. Bei Fehlstellungen, angeborenen Schieflagen oder genetischer Veranlagung können Krallen jedoch auch quer durcheinander wachsen, sich gegenseitig behindern oder im Extremfall auch im Kreis wachsen. In solchen Fällen muss mindestens einmal im Monat gekürzt werden, wo es geht.

Bei Hunden, die einen normalen Krallenwuchs haben, kann es sein, dass gar nicht in die Krallenpflege von außen eingegriffen werden muss. Hier wird die nötige Kürzung über eine natürliche Abnutzung und Abknabbern von alleine erledigt. Hier spielen selbstverständlich auch Rasse, Futterzusammensetzungen, Gassi-Gewohnheiten und  Bodenbeschaffenheit eine entscheidende Rolle. Auch das Alter und die Größe des Hundes nehmen einen Einfluss auf die Krallenlänge: bei Senioren und kleinen Hunden muss in der Regel häufiger kontrolliert werden, ob die Krallen nicht zu lang sind.

Die richtige Krallenzange

Wer sich den Gang zum Tierarzt sparen möchte und sich selber zutraut seinen Hund zu pediküren, muss sich zunächst das richtige Werkzeug dafür zulegen. Je nach Hundegröße muss hier das richtige Modell gewählt werden.  Die passende Größe und eine ausreichende Scharfe sind die allerwichtigsten Kriterien für eine richtige Krallenschere. Zu große Geräte oder stumpfe Schneidblätter können sehr schmerzhaft für den Hund werden. Viele Hunde haben Panik und Angst vor dem Krallen schneiden, aufgrund schlechter Erfahrungen. Diese passieren häufig durch stumpfe Werkzeuge, wenn die Kralle mehr gequetscht als geschnitten wird oder wenn zu beherzt und dadurch zu weit gekürzt wird. Macht der Hund beim Krallenkürzen erste einmal ein einprägsame, negative Erfahrung, so wird er sich in Zukunft nicht mehr gerne an die Krallen fassen lassen. Aus meiner Praxis sind mir sogar Fälle bekannt, denen wir für ein einfaches Krallenkürzen eine kleine Sedierung verabreichen mussten, da die Hunde regelrecht panisch reagiert haben, sobald es um ihre Krallen ging. Solche schlechten Erfahrungen müssen ganz unbedingt vermieden werden! Alternativ zum Schneiden kann auch gefeilt werden: das dauert etwas länger, aber man kann zwischendrin immer wieder kontrollieren, ob die Länge bereits richtig gestutzt ist und hilft ängstlichen Hunden sich zu entspannen.

Aua- hier fängt das Leben der Kralle an

Grundsätzlich gilt, dass die Krallen soweit gekürzt werden können, bis der Bereich beginnt, in dem Nerven und Blutbahnen verlaufen. Dieser Bereich wird als „Leben“ der Kralle bezeichnet und darf auf keinen Fall durchtrennt werden. Neben massiven Blutungen ist ein Schnitt in Leben der Kralle sehr schmerzhaft für den Hund und deswegen dringend zu vermeiden. Bei hellen Krallen ist es einfach im Gegenlicht die rot schimmernden Blutgefäße aus zu machen und den Bereich zu schonen. Komplizierter wird es bei dunklen Krallen- hier helfen Erfahrung und ein langsames Vortasten. So beginnt man zunächst ein wenig die Krallenspitze zu kürzen und langsam weiter mit der Krallenzange vorzurücken. Bevor ganz durchtrennt wird, kann ein gewisser Druck mit der Zange ausgeübt werden- reagiert der Hund hierdrauf, kann es ein Anzeichen dafür sein, dass bereits der empfindliche Gefäßbereich erreicht ist.

Ist bereits ein Teil der dunklen Kralle gekürzt, so kann auch die innere Beschaffenheit Aussage darüber geben, wo das »Leben« beginnt- denn dieses setzt sich als heller Punkt im dunklen Krallenhorn ab. Bei regelmäßiger Krallenpflege beginnt sich das Leben in der Krallen allmählich zurück zu ziehen, so dass immer weiter gekürzt werden kann. Das Leben braucht etwa 14 Tage wenn die Kralle rundherum gut beschnitten ist, um sich bei einer durchschnittlichen Abnutzung ein Stückchen zurückzuziehen, so dass man erneut schneiden kann.

Routine gegen die Angst

Um das Krallenschneiden zu einer Gewohnheit zu machen, die vom Vierbeiner nicht zu fürchten ist, muss von Anfang an daran gewöhnt werden. Begonnen wird damit die Pfoten festzuhalten und die Krallen zu kontrollieren. Zudem wird das Geräusch der Krallenschere antrainiert. Der Hund muss lernen das Prozedere mit etwas Positivem zu verbinden- hierfür helfen die Lieblingsleckerlis, intensive Streicheleinheiten und beruhigende Worte, die dem Ganzen den Schrecken nehmen.
Geht ein Schnitt doch einmal wenig zu tief, so ist dies kein Grund  zur Panik. Bei leichten Blutungen kann diese mit einem Taschentuch schnell gestoppt werden, ansonsten hilft auch ein kleiner Druckverband mit einer Desinfektion. Zudem muss der Hund natürlich ausgiebig getröstet und abgelenkt werden. Wenn Krallenschneiden mit zur normalen Routine wird, so ist die Pediküre für Zwei- und Vierbeiner kein Grund mehr in Panik zu verfallen. Hilfe von routinierten Hundebesitzern oder eine genaue Anleitung vom Tierarzt kann bei den ersten Versuchen helfen die richtigen Schnitte zu lernen.

Schokoschnute darf ich beim Thema »Pediküre und Haare schneiden« leider nicht als Vorbild anpreisen. Wenn ich mit der Küchenschere anrücke, um ihre Behänge ein wenig zu stutzen, flieht sie augenblicklich- wobei sie noch nie in ihrem ganzen Leben eine schlechte oder schmerzhafte Erfahrung gemacht hat. Gleiches gilt für das Krallenkürzen, was dank ihrer Krallenbeschaffenheit fast nie nötig ist. Ich denke hier haben verunglückte Frisuren Schokoschnutes Eitelkeit entscheidend geprägt, so dass hier noch ein wenig Überzeugungskraft in Bezug auf mein Talent als Friseurin geleistet werden muss.Wir wünschen allen Zwei- und Vierbeinern eine schöne Adventswoche,Hanna Stephan und Schokoschnute

Schokoschnute darf ich beim Thema »Pediküre und Haare schneiden« leider nicht als Vorbild anpreisen. Wenn ich mit der Küchenschere anrücke, um ihre Behänge ein wenig zu stutzen, flieht sie augenblicklich- wobei sie noch nie in ihrem ganzen Leben eine schlechte oder schmerzhafte Erfahrung gemacht hat. Gleiches gilt für das Krallenkürzen, was dank ihrer Krallenbeschaffenheit fast nie nötig ist. Ich denke hier haben verunglückte Frisuren Schokoschnutes Eitelkeit entscheidend geprägt, so dass hier noch ein wenig Überzeugungskraft in Bezug auf mein Talent als Friseurin geleistet werden muss.

Wir wünschen allen Zwei- und Vierbeinern eine schöne Adventswoche,
Hanna Stephan und Schokoschnute