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Lymphdrüsenkrebs oder das Lymphom

TA SEBASTIAN GOSSMANN-JONIGKEIT

Lymphdrüsenkrebs oder das Lymphom

Die auf den Bildern sehr deutlich zu erkennenden Knubbel sind die sichtbaren Anzeichen eines (Non-Hodgekin-)Lymphoms des Hundes. Dieser spezielle 'Krebs' befällt männliche wie weibliche Tiere zu gleichen Teilen. Zwar kann er in jedem Alter auftreteten, tut dies allerdings gehäuft im Alter von ca. 6-8 Jahren. Ein erhöhtes Risiko weisen z.B. Boxer, Golden Retriever und Bulldoggen auf. Yorkshire Terrier und Dackel sind hingegen selten betroffen.

Beinahe jeder betroffene Patient wird VORBERICHTlich mit 'neuen Knubbeln' vorgestellt. Bei bereits stattlichen Größen der Unterkieferlymphknoten kann es auch zur Inappetenz kommen da solche 'Knubbel' aufgrund ihrer Größe auch Schmerzen verursachen und die Futteraufnahme massiv behindern können. Bei vorrangiger Schwellung der Kniekehllymphknoten kann es auch vorrangig zu Lahmheiten kommen.

Eine VerdachtsDIAGNOSE kann bei einer sogenannten generalisierten Lymphknotenvergrößerung schon gestellt werden, wobei dieser Verdacht labordiagnostisch noch bestätigt werden muss, da es wie immer verschiedenste Differentialdiagnosen gibt.

Zur Verdachtsbestätigung nutzt man einen mikroskopischen Zellnachweis (Zytologie). Die dafür benötigten Zellen werden per Kanülen-Punktion vorsichtig ohne viel Unterdruck aus mehreren Knubbeln (Umfangsvermehrungen) genommen und als Ausstrich an ein spezialisiertes Pathologielabor gesendet. Nach einigen Tagen (doofen Wartens) kommt dann endlich der Befund: mal gut - mal schlecht...

Therapiemöglichkeiten

Bei einer zytologischen Bestätigung des Lymphomverdachts sollte man sich mit seinem Haustierarzt eingehend zu Therapiemöglichkeiten und Prognose beraten lassen. Da die Tumorkunde (Onkolgie) der Tiermedizin in den letzten Jahren extreme Fortschritte gemacht hat kann es aber auch sein, dass der Haustierarzt für die Therapie lieber zum Fachtierarzt überweist. Als führendes deutsches Zentrum für Kleintieronkologie gilt die Tierklinik Hofheim in der Nähe von Frankfurt am Main.

Es bestehen folgende THERAPIEmöglichkeiten:
1. reine Kortikoid-Behandlung => kostengünstig und keine starken Nebenwirkungen (aber nur eine mittlere Überlebenszeit von 1-3 Monaten)
2. Strahlentherapie => wenig sinnvoll wegen Verteilung des Tumors im Organismus (mittlere Überlebenszeit von 3-13 Wochen)
3. chirurgische Entfernung der Milz (widersprüchliche Literaturangaben zur Überlebenszeit)
4. Verzicht auf jegliche Behandlung (mittlere Überlebenszeit von max. 3 Monaten bei schlechtem Allgemeinbefinden)
5. ausgefeilte Chemotherapie-Protokolle => ältere Versionen mit mittleren Überlebenszeiten von ca. 220-310 Tagen; bei aktuellen Protokollen zeigen ca. 20% der behandelten Patienten eine Remission (Nachlassen der Symptome) von mehr als 2-3 Jahren!!!

Nicht jeder Knubbel muss etwas Böses bedeuten!

Dieser Artikel reißt lediglich die mit etwa 80% häufigste Form des sogenannten generalisierten Lymphoms an und erhebt in keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Auf die Erwähnung der Katzen-Variante wurde bewusst nicht eingegangen. Nicht jeder Knubbel muss gleich etwas Böses zu bedeuten haben! Aber bei plötzlich auftretenden Umfangsvermehrungen am Hundekörper sollte der Rat des Haustierarztes eingeholt werden. Auch bei noch offenen Fragen steht er/sie euch sicherlich gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Tierarzt Sebastian Goßmann-Jonigkeit (Autor dieser paar Zeilen)