Sie verwenden einen nicht unterstützten oder veralteten Browser!
Bitte aktualisieren Sie oder verwenden Sie einen anderen.
Andernfalls wird diese Seite nicht korrekt dargestellt und ist in ihren Funktionen eingeschränkt.
Die Räude beim Hund – Gefährliche Hautinfektion

Hanna Stephan, TÄ bei Terra Canis

Die Räude beim Hund – Gefährliche Hautinfektion

(Werbung) Stumpfes, struppiges Fell mit großen Lücken und aufgekratzten Stellen, dazwischen dicke, borkige Hautfalten: wenn ein Hund unter Räude leidet, ist das eine gefährliche Situation. Übertragen wird die Milbeninfektion durch Füchse.

Erst im letzten Jahr sind in Schleswig-Holstein mehrere räudige Füchse den ansässigen Jägern vor die Flinte gelaufen. In Ostholstein an der Küste kam es sogar zur Infektion einer Hofbesitzerin, die auf ihrem Grundstück kranke Tiere zu Besuch hatte. Die Füchse hatten sich an den Hundenäpfen bedient und so die Infektion auf den Hof eingeschleppt. Ausgelöst wird die Fuchsräude durch die „Sarcoptes Scabiei Milbe“, welche in den oberen Hautschichten des befallenen Tieres wohnt und sich von den Schuppen ernährt. Im Normalfall werden Hautmilben vom Immunsystem des Hundes kontrolliert, so dass keine sichtbaren Symptome auftreten. Der Vierbeiner kann demnach kleine Mitbewohner in seiner Haut beherbergen, ohne dass dieses von außen ersichtlich wäre. Wird der Befall nicht von der Immunabwehr kontrolliert, so können sich die Parasiten ungehindert in der Haut des Vierbeiners vermehren und es kommt zu den Symptomen der Räude.

Große Kolonien von Milben führen zu einem extremen Juckreiz. Der Hund kratzt sich massiv und ununterbrochen. Manche Vierbeiner beginnen wild hin- und herzurennen, um dem unangenehmen Kribbeln zu entkommen. Durch das Scheuern kommt es zu großen, kahlen Stellen, Verletzungen an der Haut und Entzündungen und Verhornungen dieser. Obwohl die Infektion beim Hund nur in seltenen Fällen tödlich ist, stellt sie eine große körperliche und seelische Belastung dar, die zu einem hochgradigem Abbau führen kann. Abmagerung, Leistungsabfall und Abgeschlagenheit gehen aus diesem Grund häufig mit der juckenden Erkrankung einher.

Infektion und Ansteckungsgefahr

Infektion und Ansteckungsgefahr

Die Räudemilbe „Sarcoptes scabiei“ führt bei betroffenenn Füchsen in der Regel innerhalb von drei Monaten zum Tod. In einzelnen Fällen kann die Räude auch ausheilen oder ohne klinische Symptome fortbestehen. Die Infektion wird überwiegend durch direkten Kontakt von Fuchs zu Fuchs übertragen und ist hochansteckend. Eine Ansteckung auf den Hund erfolgt durch direkten Kontakt zum kranken Fuchs oder seinem Bau. Der Mensch ist für die Milbe ein sogenannten „Fehlwirt“. Das bedeutet, dass sich der Parasit in der menschlichen Haut nicht vermehren kann. Dennoch kommt es bei einer Ansteckung zu einer Hauterkrankung, der sogenannten Pseudokrätze. Diese macht sich durch rote Hautflecken und Juckreiz bemerkbar. Weitere mögliche Fehlwirte und somit potentielle Infektionsüberträger sind Hasen, Schweine oder Katzen.

Der gesamte Entwicklungszyklus der Milbe findet auf der Haut des Wirtes statt. Die Milben fressen sich in die oberen Hautschichten und ernähren sich von der Haut des Vierbeiners. Sie graben Gänge in die Hautschichten und legen dort ihre befruchteten Eier ab. Aus diesen schlüpfen nach drei Wochen wiederum geschlechtsreife Milben. Begünstigt durch diese schnelle Entwicklung können sich die Milben rasant auf der Haut vermehren. Der Hautparasit ist zudem saisonal unabhängig und kann das ganze Jahr übertragen werden, wobei die Ansteckung meist über den direkten Kontakt mit infizierten Tieren läuft. Auch eine Infektion über die Umgebung wie Liegeplätze oder Ähnliches ist möglich. Die Sarcoptes-Räude ist nicht nur hochansteckend, sondern durch die hohe Widerstandsfähigkeit der Milben auch schwer zu bekämpfen. Wichtig zu wissen ist deswegen, dass die Räudemilbe in der Lage ist, auch in kleinen Hautresten bis zu 3 Wochen zu überleben. Schmutzige Bürsten oder Kämme stellen somit eine potentielle Infektionsquelle dar.

Diagnose

Zu Beginn zeigen sich auf der Haut kleine Papeln, die sich zu größeren Pusteln ausdehnen können. Die auffälligen Stellen sind zunächst an Ohrmuscheln, um die Augen, an Ellenbogen, Sprunggelenken und im Bauchbereich zu finden. Im weiteren Verlauf kommt es zu massiv geröteten Stellen an denen sich der Hund stark scheuert. Durch das Jucken kommt es zu offenen Verletzungen, die sich schnell entzünden, was sehr schmerzhaft für das Tier ist. Weitere Symptome sind Schuppen, Krusten und eine Verhornung der Haut. Verstärkt werden die Symptome bei einer Allergie des Hundes gegen den Milbenspeichel. Heutzutage reagiert fast jeder zweite Hund allergisch, so dass es oft zu sehr schweren Haut-Symptomen mit komplettem Fellverlust kommt. Eine Sonderform ist die „Norwegische Räude“, bei der es vor allem zu hochgradigen Hornschichten und Krusten kommt. Diese besondere Räude liegt meistens einem gestörten Immunsystem zugrunde.

Die Diagnose wird durch ein oberflächliches Hautgeschabsel gesichert, welches unter dem Mikroskop untersucht wird. Werden hier Milben, Eier oder Milbenkot gesichtet, gilt die Räude als sicher diagnostiziert. Alternativ zur mikroskopischen Untersuchung können zwei bis vier Wochen nach der Infektion Antikörper im Blut nachgewiesen werden, welche eine zweite sehr genaue Diagnose-Möglichkeit darstellt. Falsch positive Ergebnisse kommen bei dieser Methode vor allem bei allergischen Hunden vor, die bereits Antikörper im Blut haben.

Bekämpfung

Zur Bekämpfung wird der Hund intensiv mit kombinierten Waschlösungen aus Amitraz und Ivermectin gewaschen. Es müssen alle Hunde, die mit dem infektiösen Tier und der näheren Umgebung Kontakt hatten, mit behandelt werden. Dies ist auch nötig, wenn diese noch keine Symptome zeigen. Die gesamte Umgebung, Bürsten und Liegeplätze müssen gereinigt und mit milbentötenden Mitteln desinfiziert werden. Zusätzlich werden die Tiere mit Spot On Lösungen behandelt, die im Nacken auf die Haut aufgetragen werden und nach vier Wochen nochmal wiederholt werden müssen.

Zur Prophylaxe der Räude ist es ratsam sein Grundstück fuchsicher einzuzäunen und so ungebetene Gäste fernzuhalten. Gefüllte Hundenäpfe locken schnell Besucher an und sollten deswegen besser sicher deponiert sein. Im Verdachtsfall muss das Tier schnell untersucht und behandelt werden, so dass sich keine weiteren Zwei- oder Vierbeiner anstecken können.

Liebe Grüße Ihre
Liebe Grüße Ihre Hanna Stephan, TÄ bei Terra Canis und Schokoschnute