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Autsch! Dem Schmerz auf der Spur

Tierheilpraktikerin Sabine Nawotka

Autsch! Dem Schmerz auf der Spur

Hunde sind glücklich, wenn sie sich bewegen können, z. B. beim Spaziergang, beim Spielen, aber auch beim Kratzen hinter dem Ohr. Schmerzen wirken als Bewegungsbremse. Sie können einen Hund nicht nur körperlich beeinträchtigen, sondern, wenn zu spät erkannt und behandelt, auch zu Verhaltensstörungen bzw. -auffälligkeiten führen. Doch welche Arten von Schmerz gibt es? Wie zeigt ein Hund Schmerz an? Und wie kann einem Hund mit Schmerzen geholfen werden? Antworten auf diese Fragen finden sich hier.

Ein Hund empfindet Schmerz genau so wie ein Mensch. Schmerz ist grundsätzlich für eine Fellnase ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis und kann verschiedene Ursachen haben. Doch anders als ein Mensch, kann ein Hund nicht verstehen, warum er Schmerz empfindet. Auch weiß er nicht, dass man gegen Schmerz etwas tun kann, wenn Art und Ursache bekannt sind. Deshalb sind hier zunächst der Tierhalter und seine Beobachtungsgabe gefordert. Er kann erste Anzeigen für möglichen Schmerz entdecken und dafür sorgen, dass dieser idealerweise schnell und konsequent mit Hilfe eines Profis abgestellt wird.

Schmerz – ein Phänomen mit vielen Gesichtern

Schmerz, der durch Reize wie etwa Hitze, Kälte oder Druck ausgelöst wird, stellt eine überlebens-wichtige Schutzfunktion des Körpers dar. Er aktiviert blitzschnell das körpereigene Frühwarnsys-tem, das den Organismus durch Schutzreflexe vor großem Schaden wie z. B. dem Verbrennen von Haut bewahrt. Dieser Schmerz wird als physiologischer Schmerz bezeichnet.

Im Gegensatz dazu steht der pathologische Schmerz. Dieser entsteht, wenn die im Körper vorhandenen Schmerzrezeptoren bzw. das Zentralnervensystem verstärkt gereizt werden, was zu einem Anstieg des physiologischen Schmerzes führt. Dieser Schmerz hat nicht nur Auswirkungen auf den Körper. Er schlägt sich u. U. auch auf die Psyche der Fellnase nieder.

Zudem kann man zwischen akutem und chronischem Schmerz unterscheiden. Akuter Schmerz alarmiert den Körper, (weitere) Schäden zu vermeiden. Er tritt plötzlich auf, hält kürzere Zeit an und geht auf einen ganz konkreten Auslöser wie z. B. eine Verletzung zurück. Vom aufmerksamen Tierbesitzer kann akuter Schmerz gut erkannt werden.

Von chronischem Schmerz spricht man, wenn dieser länger als drei Monate besteht. Er entwickelt sich schleichend und ist häufig mit degenerativen Erkrankungen wie z. B. der Arthrose verbunden. Oftmals korrespondiert die Stärke des Schmerzes nicht mit dem Grad der pathologischen Verände-rung. Anders als der akute Schmerz, kann der chronische Schmerz vom Tierbesitzer leicht übersehen werden. Dies hat mitunter weitreichende Folgen, zu denen auch Verhaltensstörungen bzw. -auffälligkeiten gehören können. Sie stellen sich u. U. ein, wenn der Hund durch Schmerz am Ausleben seiner natürlichen Bedürfnisse und Verhaltensweisen gehindert wird.

Wenn der Schmerz nicht vergisst

Problematisch wird es dann, wenn vor allem stärkerer Schmerz eine längere Zeit besteht, etwa weil er bzw. die Ursache des Schmerzes nicht erkannt und behandelt wurden. Dann entwickelt sich ein sogenanntes Schmerzgedächtnis. Das bedeutet, ein Hund kann Schmerzen haben, ohne das konkrete körperliche Ursachen dafür vorliegen. Und so viel schon einmal vorweg: Je länger der Hund Schmerzen hat, umso schwieriger wird die Therapie.

Schmerz oder nicht Schmerz, das ist hier die Frage

Schmerzreaktionen, sind nicht immer vom Tierhalter einfach und richtig zu interpretieren. Es gibt große rassebedingte, aber auch individuelle Unterschiede: Der eine Hund toleriert mehr, der andere weniger Schmerzen. Wie schmerzempfindlich zudem eine Körperregion ist, hängt von der Anzahl der dort vorhandenen Schmerzrezeptoren ab: Kopf, Brust sowie der vordere Teil des Bauches sind wesentlich schmerzempfindlicher als etwa die Wirbelsäule oder der hintere Teil des Körpers – eine Ausnahme stellen jedoch After und Genitalbereich dar. Hunde drücken Schmerzen auf sehr unterschiedliche Art und Weise aus. Dies können Verhaltensänderungen, aber auch abnorme Körperhaltungen bzw. -bewegungen sein.

Verhalten
-    Aggressives Verhalten
-    Ängstlicher Ausdruck
-    Gestresstes Aussehen
-    Unruhe/Rastlosigkeit
-    Trägheit/Inaktivität
-    Absonderung von Mensch und Tier
-    Belecken/Beknabbern von Körperstellen
-    Lautäußerung (Jaulen, Fiepen, Jammern)
-    Lecken der Lippen
-    Schmatzen
-    Reduzierter Appetit
-    Luft anhalten/hecheln
-    Verändertes Schlafverhalten

Körperhaltung/-bewegung
-    Lahmen
-    Aufgekrümmter Rücken
-    Steifer Gang
-    Entlastungshaltung/Schonung
-    Vermeidung von Bewegung (z. B. Springen, Treppen laufen, Aufstehen etc.)
-    Erhöhte Muskelspannung
-    Vermehrtes Liegebedürfnis
-    Berührungsempfindlichkeit
-    Hängende Ohren
 

Schmerz lass nach!

Damit kein Schmerzgedächtnis entsteht, sollte jeder Hundebesitzer sein Tier immer wieder genau beobachten. Jede Veränderung im Verhalten, bei Körperhaltung und Bewegung kann ein Hinweis auf Schmerzen sein. In einem solchen Fall sollte allein schon bei dem Verdacht, dass eine Fellnase Schmerzen hat, kurzfristig ein erfahrener Tierheilpraktiker oder Tierarzt aufgesucht werden. Damit Schmerz schnell und konsequent abgestellt werden kann, muss vor der Diagnose zunächst die Ursache dafür gefunden werden. Neben konservativen Maßnahmen stehen auch alternative Behandlungsmöglichkeiten und -methoden für eine gezielte Therapie zur Verfügung. Im alternativen Bereich können dies z. B. Akupunktur, Homöopathie, Kräuter, Blutegel, Magnetfeld oder Bioresonanz sein. Doch auch Blüten-Essenzen für die Psyche (Bach-Blüten & Co.) können eine Hilfe darstellen, denn Angst kann Schmerz verstärken. Übrigens: Auch die Physiotherapie (Bewegungstherapie, Massage etc.) kann gezielt unterstützen, nämlich dann, wenn der Schmerz vom Bewegungsapparat ausgeht.

Herzliche Grüße Sabine Nawotka