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Der verzweifelte Kampf eines Tierheims um Gerechtigkeit

Tierschutz | Bitte Teilen!

Der verzweifelte Kampf eines Tierheims um Gerechtigkeit

Trauer, Erschütterung und Fassungslosigkeit, allein das spiegelt sich in den Gefühlen der Tierschützer in Siegen wider. Um 19 aus dem Elend gerettete Tiere davor zu bewahren, zurück in die Gewalt einer gewissenlosen Tiersammlerin zu wandern, stellte sich das Tierheim sogar gegen das Veterinäramt und riegelte das Gelände ab. Trotz des erbitterten Kampfes, müssen die Tiere zurück zu ihrer Besitzerin gehen. Tierliebhaber in ganz Deutschland sind sprachlos.

Es glich einem Szenario wie aus einem Horrorfilm: Eine völlig verdreckte Wohnung, Kot und Urin in jeder Ecke und ein erbärmlicher Gestank. Inmitten der maßlos verschmutzten Käfige und dem Dreck auf dem Boden kauerten ganze 19 Tiere ohne Futter oder Trinkwasser. Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Vögel. Die Tierheimmitarbeiter Siegens, die man zur Räumung der Wohnung aufgefordert hatte, waren entsetzt und befreiten sofort die verwahrlosten Tiere, um sie in ihre Obhut zu nehmen.

Und das war nicht einmal ihr erster Einsatz in dieser Wohnung! Bereits im Januar 2014 geschahen furchtbare Dinge an diesem Ort. Damals retteten die Tierschützer sage und schreibe 49 Tiere aus der Gefangenschaft derselben Tierquälerin. Viele der Tiere litten an schweren Verhaltensstörungen, waren total verängstigt.

Einen Schäferhund, der nicht mehr stehen konnte, mussten sie damals erlösen. Einen winzigen Welpen, der sich notgedrungen von Katzenstreu ernährt hatte und entsetzliche Schmerzen litt, mussten sie lange aufpäppeln, in ständiger Ungewissheit, ob der Kleine es überhaupt überlebt. Wäre man nur wenige Tage später gekommen, wäre es für einige der Tiere bereits zu spät gewesen.

Zweifel

Doch das Tierheim kämpfte darum, alle Tiere gesund zu pflegen und zu vermitteln. Tatsächlich gelang es ihnen auch fast allen ein schönes, liebevolles Zuhause zu schenken.
Aber was geschah mit der Tiersammlerin, die den Tieren das ganze Leid erst zugefügt hatte? Wie kann es sein, dass so etwas Schreckliches sich nun wieder abgespielt hat?

Für die Besitzerin wurde keinerlei Strafe verhängt, nicht einmal ein Tierhalteverbot. Letztlich wusste also niemand, ob die Peinigerin einfach wieder beginnen würde zu sammeln. Und tatsächlich ist es nun wieder geschehen, nur ein Jahr später rückten die Tierschützer wieder an. Unter den zuletzt befreiten Tieren war eine Hündin mit neugeborenen Welpen, die diese nicht annehmen wollte. Erst nach einer schlaflosen Nacht für die Tierheimmitarbeiter konnten Mutter und Welpen zusammengebracht werden. Auch all die anderen Tiere waren schließlich versorgt.
Während die Tierschützer sich seit der Räumungsaktion mit so viel Herzblut um die Tiere kümmerten, handelte das Veterinäramt erst zwei Tage später. Die nunmehr aufgepäppelten Tiere und die Wohnung der Besitzerin sahen inzwischen natürlich weitaus besser aus, doch der Kreisveterinär stempelte die Situation als „in Ordnung“ ab und ordnete die Rückgabe der Tiere an. Ohne jegliche Befragung der Beteiligten von der Polizei und dem Tierheim, die das Grauen hautnah erlebt hatten.

Alle Zweifel am Veterinäramt und seinen Methoden bestätigten sich nur dadurch, dass sie selbst sogar den Transport zurück in die Hölle übernehmen wollten. Für die Mitarbeiter des Tierheims war sofort klar: sie können diese Tier nicht einfach zurück schicken. Vom Amt vollkommen übergangen und ignoriert, sahen sie ihren letzten Ausweg darin, das Tierheim für eine gewisse Zeit zu schließen.

Mit großer Entschlossenheit, aber auch Angst, dass jemand die Tiere mitnimmt, warteten sie hinter den Mauern bei den Tieren. Durch die Presse und auch im Internet standen den selbstlosen Tierschützern unzählige Menschen zur Seite. Es kamen sogar Pläne auf, gemeinsam eine schützende Mauer vor dem Tierheim zu bilden, um das Amt von den Tieren festzuhalten. Schließlich musste jedoch die Polizei mit einer gewaltsamen Öffnung drohen und das Eindringen der Beamten konnte nicht weiter hinauszögert werden. Die offenbar unvorbereiteten Beamten, die geschickt wurden, kamen zu zweit, ohne jegliche Ausrüstung. Also mussten sie wieder abziehen, nur um dann mit einer lächerlich hohen Anzahl von Menschen wieder aufzutauchen.

Fassungslosigkeit

Bei den Mitarbeitern im Tierheim flossen viele Tränen bei dem Gedanken daran, dass diese schutzlosen, kranken Tiere wieder zurück in die fürchterliche Welt geben zu müssen, doch der Ämterwillkür gegenüber sind sie letztlich machtlos. Die Tiere müssen ohne jedes Widerwort der Besitzerin zurückgegeben werden. Die Besitzerin jedoch traut sich nicht sie abzuholen, da das Interesse der Öffentlichkeit inzwischen immens ist. Das Veterinäramt übt nun Druck auf das Tierheim aus und versucht ihnen zu verbieten, dass die Presse über den Zeitpunkt der Abholung informiert wird. Aus rein rechtlicher Sicht dürfen sie das nicht, schließlich verstößt das gegen die Pressefreiheit. Und damit haben die Tierschützer einen weiteren Grund zum Protest. Bis die Tiere abgeholt werden, sind sie noch immer im Besitz der Tiersammlerin und dürfen damit nicht an ein schönes neues Zuhause vermittelt werden. Das Tierheim Siegen setzt sich inzwischen in Verbindung mit einem Anwalt, der mit ihm über rechtliche Konsequenzen für die Besitzerin diskutiert, darunter Tierquälerei. So soll möglichst ein Tierhalteverbot erwirkt werden.

Und wieder könnte jemand ohne Konsequenzen davonkommen, dessen Taten ganz eindeutig unter Tierquälerei zu fassen sind. Allein wegen der schlecht ausgeführten Arbeit eines Amtes sind 19 Tiere kurz davor wieder in eine Hölle geschickt zu werden. Verbunden ist alles mit unnötigen Kosten für die Steuerzahler. Das Tierheim Siegen hat mit vollem Einsatz zugunsten wehrloser Tiere gehandelt und ihnen bereits viel Leid erspart.

Wir danken dem Tierheim in Siegen von Herzen für ihren Einsatz und sprechen ihnen den größten Respekt aus. Wir hoffen auf das Beste für die Tiere und eine gerechte Strafe für den Menschen, der diesen armen Seelen das angetan hat. Hoffentlich öffnet diese Geschichte vielen Menschen in Deutschland die Augen.