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Dürfen Hunde mit ins Restaurant?

Rechtsanwalt Andreas Ackenheil

Dürfen Hunde mit ins Restaurant?

Hunde begleiten uns im Alltag und man möchte nicht mehr als nötig auf sie verzichten. Gerade in den Sommermonaten, wenn man mit seinem Vierbeiner unterwegs ist, kehrt man gerne mal in Cafés oder Eisdielen ein. Aber auch bei einem schönen Restaurantbesuch hätte man seinen vierbeinigen Begleiter gerne mit dabei. Sind hiervon aber auch der Gastwirt und die anderen Gäste erfreut? Es stellt sich daher die Frage, ob Gastwirte einen Hund im Lokal verbieten können und wann Hunde mitgenommen werden dürfen?

Klar ist, dass der Gastwirt über das Hausrecht verfügt, was ihn regelmässig dazu berechtigt, selbst zu bestimmen, wer in sein Lokal darf und wer nicht. So kann er grundsätzlich auch festlegen, dass Hunde nicht mit ins Lokal gebracht werden dürfen. Eine verbindliche gesetzliche Regelung gibt es nicht. Sofern daher im Lokal keine offenen Lebensmittel präsentiert werden (bspw. Salatbar, Büffet, Essenstheken etc. – hier können Hunde aus Hygienegründen verboten sein) spricht nichts dagegen, dass der Hund mit rein darf. Oft sind Gastwirte auch selbst Hundehalter und zeigen Verständnis dafür, dass man seinen Vierbeiner mitnehmen möchte. Wenn also an der Eingangstür kein entsprechendes Verbotsschild angebracht ist darf man davon ausgehen, dass der Hund erlaubt ist. Es bietet sich jedoch an, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden, vor Betreten des Lokals entsprechend nachzufragen oder vor dem Restaurantbesuch anzurufen, um die Frage zu klären. Dies bietet sich auch bei Hotels an, wenn man den Hund mit auf Reisen nimmt, da nicht in jedem Hotel das Mitbringen von Hunden erlaubt ist. Auch ein Check im Internet kann hilfreich sein, mitunter kann man auf Gleichgesinnte treffen Empfehlungen für hundefreundliche Lokalitäten geben. Deutschland ist seit Jahren weltweit führend unter den Ländern mit den meisten Haustieren, daher nimmt die Zahl der hundefreundlichen Restaurants, Cafés, etc., die sogar Hundemenüs anbieten, stetig zu.

Selbstverständlich muss der Hund in der Lage sein, sich im Lokal zu benehmen. Dies kann jedoch trainiert werden und Hundetrainer helfen hier gerne im Vorfeld. Im Lokal muss vermieden werden, dass es zu Beißsituationen kommt, weshalb man seinen Vierbeiner immer im Blick haben sollte. Es kann aber auch vorkommen, dass man Probleme mit dem Hund des Gastwirtes bekommt. Geht man bspw. außerhalb der Öffnungszeit in eine Gaststätte und wird man von dem Hund des Gastwirtes gebissen stellt sich die Frage, ob man Schmerzensgeld erhält.

Einem Mann aus Krefeld stellte sich genau diese Frage. Er öffnete eine Tür, um eine Gastwirtschaft zu betreten. Er ignorierte neben der tatsächlichen Öffnungszeit auch ein Schild, welches auf einen Wachhund hinwies. Unvermittelt blickte er in das Gesicht eines scharfen Wachhundes, der den „Eindringling“ direkt anfiel und biss. Der Gast verklagte daraufhin den Gastwirt, der meinte, nicht haften zu müssen, da sein Lokal schließlich noch geschlossen gewesen sei und das Schild auf den Hund hingewiesen habe. Allgemein haftet ein Hundehalter nach § 833 BGB für alle Schäden, die sein Hund verursacht, ob ihn ein Verschulden trifft oder nicht. Kommt es daher zum Biss eines Menschen durch einen Hund haftet zunächst einmal der Hundehalter komplett für den Schaden. Jedoch ist auch das Verhalten des Menschen zu berücksichtigen und dieses kann an der Haftungsverteilung durchaus etwas ändern.

Die Richter des Landgerichts Krefeld entschieden hier für den Gast (Az.: 3 0 645/93). Sie waren der Auffassung, dass ein Gastwirt darauf achten müsse, dass sein Wachhund in den frei zugänglichen Räumlichkeiten nicht zu einer Gefahrenquelle für Gäste werde. Verletze er diese Pflicht, sei er zum Schadensersatz verpflichtet. Bei nicht verschlossener Tür hätte er den Hund nicht frei laufen lassen dürfen. Ein Gastwirt habe damit zu rechnen, dass auch schon vor der Lokalöffnung Gäste kommen können.

Der Gastwirt hätte also besser seinen Wachhund „bewachen“ müssen. Wenn man sich im Vorfeld informiert und sich beim Besuch im Lokal an die Regeln hält steht einem Besuch mit Hund also nichts im Wege.

Andreas Ackenheil ist Anwalt mit dem Schwerpunkt Tierrecht (Hunderecht, Pferderecht, Tierhalterhaftung, Vereins-und Verbandsrecht, Recht rund um das Tier).
www.der-tieranwalt.de

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