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Hunde aus dem Tierschutz

Hunde-Expertin Julia Höhn

Hunde aus dem Tierschutz

Wut, Enttäuschung, Hilflosigkeit, Traurigkeit, Beklemmung, Scham oder Entsetzen ergreift den Menschen/Hundeliebhaber wenn er die schrecklichen Bilder von gequälten, einsamen oder zurückgelassenen Hunden im Ausland und Inland sieht. Wir wollen sofort alle Hebel in Bewegung setzen um diesen Tieren zu helfen. Sie zu uns holen und diesen misshandelten Wesen Schutz und Sicherheit bieten vor den Grausamkeiten der Menschen.

Nur was machen wir mit einem traumatisierten Hund in der Großstadt, in der Autos, U-Bahn , Fahrräder fahren, Parkanlagen mit Regeln, vierspurige Straßen und der Kontakt mit vielen Menschen an der Tagesordnung stehen?

Ich möchte ein paar Worte zu diesen Hunden sagen, weil sie inzwischen einen Großteil meiner Arbeit ausmachen, und um jedem tierlieben Menschen einen Blick auf die Verantwortung zu geben, die er mit einem solchen Hund übernehmen muss um ihm wirklich eine Chance zu einem schönen Leben bieten zu können.

Das Interesse an der Hundehaltung im Aus-und Inland wächst und zeigt mir, daß die Menschen mehr Bewusstsein für dieses Thema entwickeln. In erster Linie freue ich mich sehr darüber. Auch darüber daß sich Menschen dazu bereit erklären, misshandelte Tiere bei sich aufzunehmen. Sehr oft treffe ich jedoch auf sehr verstörte Tiere und hilflose Menschen die verzweifelt versuchen das RICHTIGE für ihren Schützling zu tun.

Gutes tun!

Gutes tun!

Die Intention einen solchen Hund zu sich zu nehmen ist Menschlichkeit und das Gefühl etwas GUTES und Richtiges zu tun. Daran gibt es für mich überhaupt nichts auszusetzen. Die große Verantwortung und die Arbeit, die auf den rettenden Menschen einströmt, wird jedoch erst dann klar sichtbar wenn der Hund im „sicheren“ Heim angekommen ist.  Ein importierter oder „geretteter“ Hund hat oft nie Autos, Menschen, Freundlichkeit, Halsband oder Leine kennengelernt. Die meisten Tiere ziehen sich Tage Wochen oder Monate zurück, lassen sich weder streicheln noch ansprechen, können mit der neuen Liebe die ihnen entgegengebracht wird nichts anfangen. Sie fressen schlecht, egal was angeboten wird, und krallen sich bei Spaziergängen am Straßenasphalt fest. Sie sind Fremde in einer fremden Umgebung.

Die Freude über die Rettung aus dem Elend bleibt aus. Der eine Hund schafft es schneller seine Ängste zu meistern, der andere wird es nur in kleinsten Schritten lernen. Wir als rettender Mensch kennen meist nie die GANZE Geschichte dieser Tiere und haben ein Leben, in welches sich der Hund einfügen muss, wenn wir einen reibungslosen Alltag gestalten möchten.
Jeder der mit einem Hund mit unbekannter Geschichte lebt, kennt die Probleme die den Alltag im Zusammenleben oft sehr schwierig gestalten. Vom Alleine bleiben über die Panik vor Menschenbesuchen, das Einsteigen in Autos oder Hundeboxen, die Angst vor Straßenschluchten, das Laufen an lockerer Leine, unaufhörliches Bellen wenn ein Angstauslöser auftaucht, die Schreckhaftigkeit vor schnellen Bewegungen, das Anknurren wenn Futter weggenommen wird… die Liste kann ich noch lange fortführen. 

»Auch aus den Steinen, die einem in den Weg gelegt werden , kann man Schönes bauen.«
(Johann Wolfgang von Goethe)

Die Vorstellung des dankbaren Hundes, der sich über sein neues Leben freut, entschwindet meist schnell aus den Köpfen der rettenden Menschen. Sie macht Verzweiflung, Überforderung, Unsicherheit und zeitweise auch Verständnislosigkeit Platz. Der leidenschaftliche Hundebesitzer will mit seinem Schützling durch diese Schwierigkeiten gehen, er nimmt seinen Stein um ihm einem Platz in seinem Haus und Leben zu geben, und hofft , daß am Ende eine runde Sache daraus wird. In der Regel dürfen sich verschiedenste Trainer, Fachbücher oder Hundeschulen am Problem des Hundes ausprobieren bis in den meisten Fällen am Ende wieder Hilflosigkeit übrig bleibt.   Ich möchte hier unter keinen Umständen einem Hundeliebhaber absprechen sich einen Hund aus dem Internet oder von einer Tierschutzorganisation im Aus-und Inland zu holen. Mir ist es nur ein Anliegen Ihr Bewusstsein auf die Verantwortung zu lenken, die ein solches Tier mit sich bringt. Einen misshandelten Hund zurück zu seinem Wesen und seinen Wurzeln zurückzuführen und sein Vertrauen in Mensch und Umgebung wieder herzustellen ,erfordert in erster und wichtigster Linie sich selbst zurückzunehmen und sehr viel Geduld und Empathie aufzubringen.  Die Rettung dieser Tiere ist der erste Schritt in diesen Puzzle der Verantwortung aus dem sich etwas Schönes bauen lässt. Ich freue mich über jeden einzelnen Menschen der auf diese Weise den Mut und die Verantwortung aufgebracht hat und aufbringt um damit die Welt ein Stückchen besser zu machen. Auf meinem Weg hatte ich das Glück außergewöhnlichen Menschen zu begegnen die mit viel Liebe und Fachverständnis inzwischen mit ihren Hunden auf dem besten Weg sind.

Helfen!

Tierschutz hat viele Gesichter und jeder hat die Wahl ,für sich selbst eine Entscheidung zu treffen, die seinen Möglichkeiten der Unterstützung entspricht. Der Mensch der einen Hund bei sich aufnimmt hilft genauso wie der jenige ,der die Menschen vor Ort finanziell unterstützt, damit sie weiter helfen können.

Deshalb möchte ich an dieser Stelle die mir persönlich bekannte Organisation »The Friends of The New Goldra Dog Sanctuary« empfehlen. Bei meinem Besuch in Portugal konnte ich sehen, was diese Frauen vor Ort für eine hervorragende und wichtige Arbeit für Portugals »ausrangierte Hunde« leisten. Sie brauchen immer und längerfristig Unterstützung um ihre Arbeit weiter so fortführen zu können. Die geretteten Hunde brauchen Führsorge, Gesundheitsuntersuchungen, einen Schlafplatz, Futter und das Gefühl von Sicherheit  nachdem sie aufgenommen wurden. Eine Patenschaft für einen Hund vor Ort, finanzielle Unterstützung oder Sachspenden werden hier dringend gebraucht und dankend entgegen genommen.

Ihre Julia Höhn, von Hundetraining Leinenlos

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